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14. Juli 2018, 15:04 Uhr

Altersvorsorge

Sofortrente oder Aktienfonds - was ist besser?

Eine Kolumne von

Lebensversicherungen sind teuer - und werfen immer weniger Rendite ab. Doch was ist die Alternative in Zeiten von Niedrigzinsen? Für viele Menschen könnte ein Auszahlplan mit einem Aktienindexfonds die Lösung sein.

Vielleicht sind Sie erleichtert, dass Sie nicht zu den vier Millionen deutschen Lebensversicherungskunden gehören, die der italienische Generali-Konzern an einen Finanzinvestor aus London verkaufen will. Sie brauchen sich nicht verlassen zu fühlen, im Stich gelassen von einer Firma, die Ihnen anfangs versprochen hatte, für Jahrzehnte für Sie da zu sein, und dafür damals gleich Tausende Euros Provision kassierte.

Aber ehrlich, so viel besser ist es auch nicht, aktuell das Geld von seiner Lebensversicherung ausgezahlt zu bekommen. Ich rede noch gar nicht vom neuen Trick der Versicherer, ein zehn Jahre altes Verfassungsgerichtsurteil mit Hilfe der schwarz-roten Bundesregierung auszuhebeln und einige tausend Euro für das sogenannte Kollektiv einzubehalten, die einst Ihnen als Kunden versprochen waren. Versicherer sitzen nun mal gern auf Geldsäcken und behaupten, sie könnten das mit dem Anlegen am besten.

Der Gegenbeweis ist allerdings auch schwer anzutreten. Wenn Sie jetzt 100.000 Euro ausgezahlt bekommen, was machen Sie dann mit dem Geld? Wohl demjenigen, der noch Schulden hat und damit die letzte Rate für sein Haus abbezahlen, den Kompagnon auszahlen oder den Kindern das Startkapital für die eigene Baufinanzierung zur Verfügung stellen kann.

Die klassischen Geldanlagen sind nämlich aktuell nicht unbedingt attraktive Alternativen. Für Zinsprodukte gibt es nur wenig Rendite, wenn überhaupt eine. Die besten Festgelder bringen für drei Jahre 1,1 Prozent. Eine Anlage in Aktienfonds andererseits haben Sie vielleicht noch nie gemacht. Und die Zeiten sind ja auch unruhig. Wer weiß, was dem Trump als Nächstes einfällt. Oder den Italienern. Oder den Populisten von der AFD.

95 Jahre alt sollten Sie schon werden

Meine Kollegen bei "Finanztip" haben es gerade noch einmal durchgerechnet: Wenn Sie sehr, sehr alt werden, können Sie tatsächlich die Versicherer weiter auf ihren Geldsäcken sitzen lassen und sich Monat für Monat ein bisschen davon als Rente auszahlen lassen. Das macht überhaupt keine Mühe, um die Details kümmert sich ja der Versicherer. Das Alter 95 sollte die Zielmarke aber schon sein.

335 Euro im Monat bekämen Sie zum Start bei einem guten Anbieter, wenn Sie als 65-Jähriger heute 100.000 Euro in die Sofortrente stecken. Wenn das Geld noch unausgezahlt in einem alten Rentenversicherungsvertrag steckt und Sie dort eine solche Auszahlungsoption haben, kann deren Rentenversprechen deutlich höher sein. Alte Verträge haben höhere Garantierenten.

Nach dem ersten Jahr sollte die Rente jedes Jahr steigen, solange Sie leben. Aber wenn Sie nicht alt werden, ist das ganze Geld ohne Extraregelung trotzdem weg. Es geht zu großen Teilen an das Versichertenkollektiv, und die anderen Rentner, die noch leben, profitieren mit steigenden Renten. Ihr Vertrag ist eine Wette auf das eigene lange Leben.

Die eigentliche Alternative zur einfachen Sofortrente sind Fonds, die einen weltweiten Aktienindex nachbilden (ETFs), in Kombination mit einem sogenannten Auszahlplan. Das Versprechen: Eine im Schnitt sehr ordentliche Rendite und nur 0,2 bis 0,3 Prozent jährliche Kosten. Wenn Sie in der Vergangenheit über 30 Jahre monatlich jeweils 333 Euro aus Ihrer international aufgestellten Fondsanlage entnommen hätten (vier Prozent der Anfangssumme von 100.000 Euro pro Jahr), wären bei einem Auszahlplan, egal wann Sie den gestartet hätten, immer mehr als 130.000 Euro für die Erben übrig geblieben - Grundlage der Berechnung ist die Vergangenheitsentwicklung des MSCI World, eines weltweiten Aktienindex. Im besten Fall hätte das Konto trotz der Entnahmen sogar mehr als eine Million Euro angezeigt.

Hätten Sie monatlich allerdings 500 Euro entnommen (sechs Prozent pro Jahr) , sieht die Bilanz nicht ganz so rosig aus. In immerhin 14 Prozent aller Fälle wäre das Geld zwischendurch aus gewesen, einmal sogar schon nach 16 Jahren. Hätten Sie im Februar 1973 begonnen, jeden Monat 500 Euro von dem Konto zu entnehmen, wäre das Geld schon 1989 alle gewesen. Der Startpunkt im Februar 1973 hat übrigens auch in der Variante mit einer Entnahme von 333 Euro historisch das schlechteste Ergebnis gezeigt.

Meine Empfehlung:

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