Mangelhafter Corona-Schutz Entlassener Arbeiter verklagt Amazon

Christian Smalls will Amazon zur Rechenschaft ziehen: Zu Beginn der Corona-Pandemie seien schwarze Mitarbeiter wie er kaum geschützt worden – weiße Manager hingegen schon. Der Konzern dementiert.
Christian Smalls im Mai 2020 während eines Protests vor seinem ehemaligen Arbeitgeber Amazon in New York

Christian Smalls im Mai 2020 während eines Protests vor seinem ehemaligen Arbeitgeber Amazon in New York

Foto: Lucas Jackson / REUTERS

Der ehemalige Amazon-Mitarbeiter Christian Smalls hat eine Sammelklage gegen den Konzern eingereicht. Der weltweit größte Onlineversandhandel habe ihn entlassen, weil er gegen die unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen für Angehörige von Minderheiten zu Beginn der Coronakrise protestiert habe. Smalls fordert eine Entschädigung und weitreichendere Schutzmaßnahmen für Amazon-Mitarbeiter, die in den Paketcentern der Firma arbeiten. Zuerst hatte CNN  hierüber berichtet.

Laut der Klageschrift habe Smalls sich bei Vorgesetzten darüber beschwert, dass nach einem positiven Corona-Test eines Arbeitskollegen keine Quarantäne verhängt worden sei. Darüber hinaus habe er bemängelt, dass es keine Sicherheitsausrüstung oder ausreichend Abstand zwischen den Arbeitsplätzen gebe.

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Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag sagte Smalls außerdem, weiße Manager seien einer nach dem anderen in Quarantäne geschickt worden. Den Arbeitern am Band sei erzählt worden, dass die Manager im Urlaub seien. Zum damaligen Zeitpunkt habe es laut Smalls noch keine Sicherheitsmaßnahmen in Verbindung mit Corona gegeben. Diese seien erst nach Smalls' Entlassung implementiert worden. Tricia "CK" Hoffler, eine von Smalls' Anwältinnen, sagte: "Wir glauben, dass Amazon die unbekümmerte Haltung einnahm, dass es sich um schwarze und braune Menschen handelte, die in erster Linie von dieser Einrichtung betroffen waren."

Amazon hingegen gab als Kündigungsgrund an, dass Smalls zum Zeitpunkt seines Protests vom Unternehmen unter Quarantäne gestellt worden sei und durch sein Erscheinen am Arbeitsplatz gegen die Quarantänebedingungen verstoßen habe. "Herr Smalls wurde mehrfach gewarnt, dass er gegen Social-Distancing-Richtlinien verstoßen habe", sagte eine Unternehmenssprecherin. Er habe Kontakt mit einem positiv auf Covid-19-Getesteten gehabt und sei aufgefordert worden, 14 Tage bezahlt zu Hause zu bleiben.

Laut Amazon wurden seit Beginn der Corona-Pandemie diverse Maßnahmen eingeführt, um die Angestellten zu schützen. Es seien unter anderem Temperaturmessungen bei den Angestellten und ausreichender Abstand zwischen den Arbeitsplätzen implementiert worden.

Im Oktober hatte Amazon bestätigt, dass knapp 20.000 Mitarbeiter in den USA positiv auf Corona getestet worden seien. Mit dieser Zahl liege man aber, gemessen an den 1,37 Millionen Angestellten, weit unter dem Bevölkerungsdurchschnitt. 

svs

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