American Express Kreditkartenausfälle steigen in den USA auf Rekordhoch

Die Rezession bringt Amerikaner in Zahlungsschwierigkeiten: Der US-Finanzkonzern American Express vermeldet jetzt einen Rekordwert bei den nicht beglichenen Kreditkartenschulden. Allerdings sieht das Unternehmen auch Anzeichen für eine Besserung der Lage.


New York - Die USA leiden weiter unter dem Abschwung: Eine Rekordzahl von US-Bürgern kann angesichts steigender Arbeitslosenzahlen die Kreditkartenschulden nicht mehr begleichen. Der größte Kartenanbieter American Express meldete am Mittwoch, dass die Ausfallrate im März auf den Höchstwert von 8,8 Prozent gestiegen sei. Im Februar lag der Wert noch bei 8,6 Prozent.

American-Express-Karte: Ausfallquote auf Rekordniveau
Getty Images

American-Express-Karte: Ausfallquote auf Rekordniveau

Die Ratingagentur Moody's hatte Anfang April mitgeteilt, Ende 2009 könnte die Quote der Zahlungsausfälle prozentual zweistellig sein. Die wirtschaftliche Lage werde sich weiter verschlechtern und die Arbeitslosenquote werde die Marke von zehn Prozent erreichen. Damit werde wohl auch der Anteil säumiger Kredite in der ersten Jahreshälfte 2010 auf rund 10,5 Prozent ansteigen.

In der Quote sind nur solche Ausfälle erfasst, von denen die Unternehmen ganz sicher glauben, dass sie nicht mehr einzutreiben sind. Die Anbieter haben auf die Entwicklung bereits mit einer Kürzung der Kreditlinien sowie höheren Zinsen und Gebühren reagiert.

Allerdings sieht American Express Anzeichen für eine Besserung der Lage: Die Rate für Kredite, die seit mindestens 30 Tagen nicht mehr bedient werden, sank demnach auf von 5,3 Prozent auf 5,1 Prozent. Diese Kennziffer gibt Aufschluss über wahrscheinliche künftige Ausfälle. An der Börse wurde die Aussage mit Kurszuwächsen honoriert. American-Express-Aktien legten nach Bekanntgabe der Zahlen teilweise um rund zwölf Prozent zu.

Derzeit mehren sich die Zeichen für eine Abschwächung der Rezession in den USA. Die Lage der US-Wirtschaft hat sich nach Einschätzung der Notenbank Fed in den vergangenen Wochen zwar insgesamt weiter verschlechtert. Allerdings habe es in einzelnen Distrikten erste Anzeichen einer Bodenbildung gegeben, hieß es in dem am Mittwoch in Washington veröffentlichten Konjunkturbericht der US-Notenbank.

So hätten fünf Distrikte eine moderatere Geschwindigkeit im Abschwung gemeldet. Andere Distrikte hätten bereits erste Anzeichen ausgemacht, dass sich die wirtschaftlichen Aktivitäten "auf einem geringen Niveau stabilisieren".

US-Präsident Barack Obama hatte am Dienstag erklärt, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zum ersten Mal beginne, einen Hoffnungsschimmer zu sehen. Es gebe erste "Anzeichen eines wirtschaftlichen Fortschritts". Der Präsident präsentierte einen Fünf-Punkte-Plan, mit dem er die US-Wirtschaft stärken will.

US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte erklärt, in jüngster Zeit habe es "vorläufige Anzeichen" gegeben, dass sich der heftige Abschwung verlangsame. Wenn sich die Lage beruhige, sei dies der erste Schritt auf dem Weg zur Erholung. Allerdings werde ein nachhaltiger Aufschwung ausbleiben, solange sich das Finanzsystem und die Kreditmärkte nicht stabilisierten. Doch auch an dieser Front gebe es Fortschritte.

suc/Reuters/dpa-AFX



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.