Amerikanische Unternehmer Wer viel hat, gibt auch viel

Knallharter Geschäftsmann zu sein und gleichzeitig karitativ engagiert, das beißt sich nicht in Amerikas reichsten Kreisen. Milliardäre überbieten sich mit Milliardenspenden, und "Business Week" zählt mit: Gerade veröffentlichte das Magazin die neue Liste der größten Wohltäter.


New York - Geld ist eine Sache, Ruhm und Ehre eine andere. Wer viel Geld hat, kann sich letzteres allerdings auch kaufen: Er muss sich nur davon trennen. Zum Ende des amerikanischen Steuerjahres zieht das Magazin "Business Week" Bilanz über die "50 großzügigsten Philanthropen" der USA. Immer wieder revidiert sie das Bild von den großen Kapitalisten, traditionell allenfalls als "Big Spender" gesehen - als Menschen, die ihr Geld mit vollen Händen ausgeben.

Bill Gates und Warren Buffett: Weltmeister im Geld verdienen - und spenden
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Bill Gates und Warren Buffett: Weltmeister im Geld verdienen - und spenden

Das tun Warren Buffett oder Bill Gates tatsächlich, doch auf beeindruckend uneigennützige Weise. Als Big Spender - hier willentlich fehlerhaft übersetzt als "Große Spender" - schütten die reichsten Männer der Welt auch die größten karitativen Spenden aus. So gab der Unternehmer Warren Buffet in den vergangenen fünf Jahren 40,5 Milliarden Dollar (27,6 Milliarden Euro) für medizinische Forschung und andere humanitäre Zwecke. Schlagzeilen machte Buffett, als er im vergangenen Jahr der Bill-&-Melinda-Gates-Stiftung 31 Milliarden Dollar zusagte.

Auf Rang zwei folgt Microsoft-Gründer Bill Gates, der mit seiner Frau Melinda in den vergangenen fünf Jahren 3,5 Milliarden Dollar in den Kampf gegen Armut und Aids investierte. Gates und Buffett führten in den vergangenen Jahren jeweils auch die Liste der reichsten Menschen der Welt an, die das "Forbes"-Magazin veröffentlicht.

Auf Platz drei landete Öl- und Gasmagnat George Kaiser, der sich den Kampf gegen Armut im US-Bundesstaat Oklahoma auf die Fahnen geschrieben hat. Er spendete in den vergangenen fünf Jahren 2,2 Milliarden Dollar, hieß es. Zu weiteren großzügigen Geldgebern gehörten auch der Investor George Soros (Platz vier mit 2,1 Milliarden Dollar), und die Intel-Mitbegründer Gordon und Betty Moore (Platz fünf, 2 Milliarden Dollar). Die Familie Walton, Gründer der Kaufhauskette Wal-Mart, schaffte es mit Spenden in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar auf Platz sechs.

Die Spendenflut ist nicht ungewöhnlich, karitatives Engagement gehört zum guten Ton in Amerikas reichen Kreisen. So stehen beispielsweise den derzeit 59 Milliarden Dollar, die Bill Gates angehäuft hat, Spenden von ihm in Höhe von 28 Milliarden Dollar gegenüber.

Viele der Reichen haben in ihrer Laufbahn sogar mehr gespendet, als selbst behalten: Das gilt für Warren Buffett, der das Gros seines Erbes der Gates Foundation versprach, aber auch für viele andere. Die Intel-Mitbegründer Moore verfügen noch über ein Privatvermögen von 4,5 Milliarden Dollar, 7,4 Milliarden Dollar haben sie bereits gespendet.

Auf den prozentual größten Happen ihres Vermögens verzichtete aber Veronica Atkins, die Witwe des Diät-Entwicklers Robert Atkins: Sie behielt rund 60 Millionen Dollar als Alterssicherung - und gab 519 Millionen Dollar an Studienprojekte gegen Ernährungsstörungen.

pat/dpa



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