Schiffbau Amtsgericht bestellt vorläufigen Insolvenzverwalter für MV Werften

Nachdem der Genting-Konzern bei den MV Werften die Reißleine gezogen hat, bestimmt nun Christoph Morgen als Insolvenzverwalter die Geschicke. Die Aufgabe wird für den Anwalt nicht leicht.
MV Werften in Stralsund: Jetzt geht es um den Bau der »Global Dream«

MV Werften in Stralsund: Jetzt geht es um den Bau der »Global Dream«

Foto: Jens Koehler / imago images/Jens Koehler

Das Amtsgericht Schwerin hat am Mittwoch einen vorläufigen Insolvenzverwalter für vier der insolventen Unternehmen der MV Werften in Mecklenburg-Vorpommern bestellt. Mit der Aufgabe sei der Anwalt Christoph Morgen von der Kanzlei Brinkmann & Partner beauftragt worden, sagte ein Sprecher des Gerichts. Morgen ist demnach zuständig für die Werft-Betriebe in Wismar, Rostock und Stralsund sowie das Fertigmodul-Werk in Wismar. Insolvenzanträge für einige weitere Betriebe der Unternehmensgruppe würden noch geprüft, erklärte das Gericht.

Die MV Werften hatten am Montag Insolvenzanträge gestellt, nachdem die Gespräche über finanzielle Hilfen mit dem Bund und dem Land Mecklenburg-Vorpommern seitens des Unternehmens als aussichtslos eingeschätzt worden waren. Die Unternehmensgruppe beschäftigt nach eigenen Angaben rund 1900 Mitarbeiter und gehört zum Konzern Genting Hongkong.

Der Insolvenzverwalter muss vor allem entscheiden, ob in Wismar der Bau der »Global Dream«, eines der weltweit größten Kreuzfahrtschiffe, fortgesetzt wird. Das Schiff ist nach Angaben der Werft zu 80 Prozent fertiggestellt. Genting hatte es bei seinen Werften in Mecklenburg-Vorpommern in Auftrag gegeben, um es auf dem asiatischen Kreuzfahrtmarkt einzusetzen.

Die Kosten für das Schiff wurden zuletzt auf 1,5 Milliarden Euro beziffert. Um es fertig bauen zu können, fehlen den Werften nach Angaben des Bundes rund 600 Millionen Euro. Einen Teil der komplizierten Schiffsfinanzierung versucht Genting über einen Darlehensvertrag einzuklagen, den der Konzern 2021 mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern geschlossen hatte. Darin geht es um 78 Millionen Euro. Das Landgericht Schwerin will am kommenden Montag in einem Eilverfahren in erster Instanz entscheiden, ob Genting im vergangenen Dezember ein Recht auf dieses Geld hatte.

Das Land hatte den Vertrag nach der Insolvenz der MV Werften am Montag gekündigt. Gentings Anwälte bezweifeln, dass die Kündigung rechtens ist.

mik/AFP
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