Analyse zum Kampf gegen Erderwärmung Weltweite Energiewende bis 2030 kostet 5,7 Billionen Dollar – pro Jahr

Gefordert sind »radikale Maßnahmen«: Eine internationale Regierungsorganisation hat einen gigantischen Investitionsbedarf errechnet, um weltweit die Energiewende bis 2030 zu schaffen. Das berge zugleich enorme wirtschaftliche Chancen.
Solarmodule in der Eifel: »Die Energiewende ist noch weit vom richtigen Weg entfernt«

Solarmodule in der Eifel: »Die Energiewende ist noch weit vom richtigen Weg entfernt«

Foto: Oliver Berg/ dpa

Jährlich müssten 5,7 Billionen Dollar investiert werden, um bis 2030 global die Energiewende zu erreichen. Zu dieser Berechnung kommt die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (Irena).

Der Betrag wäre laut einer aktuellen Analyse der Regierungsorganisation nötig, um das bei der Pariser Klimakonferenz 2015 vereinbarte Ziel zu erreichen, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Das Papier wird an diesem Dienstag in Berlin vorgestellt, die Nachrichtenagentur dpa berichtete vorab darüber.

»Die Energiewende ist noch weit vom richtigen Weg entfernt und wenn wir in den kommenden Jahren nicht auf radikale Maßnahmen setzen, werden die Chancen, unsere Klimaziele zu erreichen, geschmälert oder sogar zunichtegemacht«, warnt demnach Irena-Generaldirektor Francesco La Camera.

Neben einem massiven Ausbau erneuerbarer Energien braucht es laut Irena unter anderem deutliche Verbesserungen bei der Energieeffizienz und die Elektrifizierung des Endverbrauchs, zum Beispiel mit Elektroautos und Wärmepumpen.

Zwar lägen Wind- und Sonnenenergie bei Neuinvestitionen im Energiesektor vorne, doch Industrie und Endverbraucher nutzten weiterhin häufig Gas, etwa beim Heizen. Im Verkehr dominiere weiterhin Öl. Nötig sei eine stärkere Nutzung von Wasserstoff, Biomasse und die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid.

Energiewende kann Abhängigkeiten beenden

Die Hilfsprogramme in der Coronapandemie betrachten die Experten demnach als vertane Chance. Lediglich 6 Prozent der 15 Billionen US-Dollar, die die G20-Staaten dafür ausgegeben hätten, seien in den vergangenen beiden Jahren in klimafreundliche Energien geflossen, schreibt Irena unter Berufung auf eine Studie.

Dabei könne der Wechsel zu einer klimafreundlichen Energieerzeugung viele Vorteile bringen, schreibt Irena. Bis 2030 entstünden dadurch 85 Millionen neue Arbeitsplätze, was Jobverluste von 12 Millionen bei fossilen Energien weit übersteige. Länder könnten sich mithilfe erneuerbarer Energien zudem aus der Importabhängigkeit von fossilen Rohstoffen lösen.

Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (Irena) soll den Ausbau weltweit regenerativer Energien fördern  und wurde 2009 gegründet. Ihr gehören 160 Staaten weltweit an.

mmq/dpa