Analysten Herabstufung für Sieger


Frankfurt am Main - Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditwürdigkeit von zwei Siegern in der Versteigerung deutscher Mobilfunklizenzen herab gestuft. Damit ließ S&P erste Taten auf ihre Ankündigung folgen, alle Lizenzersteigerer einer Neubewertung zu unterziehen.

Der Ausblick von S&P verschlechterte sich für die spanische Telefonica SA von "stabil" auf "negativ", teilte die Agentur am Freitag in Madrid mit. Am Donnerstag hatte der Telekom-Konzern gemeinsam mit der finnischen Sonera als Konsortium 3 G eine UMTS-Lizenz für 16,446 Milliarden Mark ersteigert. Gleichzeitig setzte die Rating-Agentur die Bewertung kurzfristiger Schulden der British Telekom (BT) herab und stellte eine Abwertung der langfristigen Bewertung in Aussicht.

Die Bewertung spiegele die Unsicherheit über die künftige Nachfrage für die Mobilfunk-Dienstleistungen der dritten Generation wider. Eine Schulden finanzierte Investition in die UMTS-Technologie könnte die Kreditwürdigkeit nachhaltig verschlechtern. Zudem geht die Rating-Agentur davon aus, dass BT das Geschäft mit Festnetz und Mobilfunk der zweiten Generation außerhalb Großbritanniens ausbauen wolle. Auch dafür müsste BT hohe Investitionen vornehmen.

Telekom-Aktien verloren in Europa geschlossen an Wert. Der Kurs des Mutterkonzerns von Mannesmann Mobilfunk Vodafone AirTouch ging um ein Prozent zurück. Deutsche-Telekom-Aktien verloren ebenfalls an Boden und gaben gut eineinhalb Prozent ab. Die Telefónica-Aktie gab um rund dreieinhalb Prozent nach, Sonera verloren über zehn Prozent.

"Wie Schaufel-Hersteller reicher wurden als die Goldsucher, gewinnen die Aktien der Telekom-Zulieferer deutlich an Wert", sagte ein Frankfurter Händler. Die finnische Nokia-Aktie legte in Frankfurt um vier Prozent zu, in Schweden kletterte der Kurs von Ericsson um zwei Prozent.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.