Angeschlagene Versicherung US-Regierung erwägt Einstieg bei AIG

All die Milliarden haben nichts genutzt: Um den strauchelnden Versicherungskonzern AIG zu retten, denkt die US-Regierung jetzt auch über eine Teilverstaatlichung des Unternehmens nach - allerdings nur befristet.


New York - Erst waren es Nothilfen und Bürgschaften - jetzt aber hilft nur noch die direkte Intervention: Die US-Regierung erwägt nach Angaben einer mit den Gesprächen vertrauten Person den direkten Einstieg bei dem angeschlagenen Versicherungskonzern AIG. Das Finanzministerium prüfe den Kauf von Vorzugsaktien und die Übernahme von Milliarden Anleihen des Versicherers, hieß es in den Kreisen am Freitag.

AIG-Zentrale in New York: Milliarden-Kredite drücken Luft ab
AP

AIG-Zentrale in New York: Milliarden-Kredite drücken Luft ab

Danach beraten der Konzern und die Regierung derzeit über eine Restrukturierung der bislang gewährten Notfallkredite, die AIG vor dem Konkurs bewahrt, zugleich aber mit hohen Zinsen belastet haben. Ziel der Gespräche sei es, die Konditionen für AIG zu verbessern. Eine Restrukturierung der Schulden könnte AIG Luft verschaffen, wie geplant Unternehmensteile zu verkaufen und von dem Erlös Rückzahlungen an die Regierung zu leisten.

Bereits Mitte September hatte die Notenbank Fed der AIG 85 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt, um den drohenden Konkurs zu verhindern. Dieser Kredit wird derzeit mit mehr als zehn Prozent verzinst. Zudem stellte die Fed dem Unternehmen weitere Milliarden-Sicherheiten in Aussicht, so dass sich die Gesamt-Unterstützung für AIG auf 123 Milliarden Dollar beläuft. Im Gegenzug teilte der Konzern dem Staat Optionen für einen 80-prozentigen Anteil zu.

AIG Chart zeigen hatte sich bei der Absicherung von Kreditderivaten gewaltig verhoben und muss Geschäftspartnern hohe Milliardensummen als Sicherheiten zahlen. Der Konzern hat allerdings angekündigt, eine Verstaatlichung mit einem zügigen Verkauf von Unternehmensteilen abzuwenden. Die Münchner Rück, die Allianz Chart zeigen und die Hannover Rück Chart zeigen haben bereits Interesse an einzelnen AIG-Sparten angemeldet.

sam/Reuters



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