Anhörung Mutmaßlicher Betrüger Stanford plädiert auf nicht schuldig

Robert Allen Stanford soll Tausende Anleger um Milliarden betrogen haben - plädiert im Prozess gegen ihn dennoch auf Freispruch. Zurzeit muss er allerdings noch im Gefängnis ausharren.


Houston - Keine Spur von Einsicht: Der mutmaßliche Anlagebetrüger Robert Allen Stanford hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Der texanische Milliardär plädierte bei einer Anhörung auf nicht schuldig - musste die Nacht auf Freitag aber weiter hinter Gittern verbringen.

Robert Allen Stanford auf dem Weg zum Gericht: "Ich würde tot umfallen, wenn das ein Schneballsystem gewesen sein soll"
REUTERS

Robert Allen Stanford auf dem Weg zum Gericht: "Ich würde tot umfallen, wenn das ein Schneballsystem gewesen sein soll"

Stanford hatte sich vor einer Woche den US-Behörden gestellt. Ihm wird vorgeworfen, von seiner Bank in der Karibik aus Anleger um sieben Milliarden Dollar betrogen zu haben. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat er mit einem ausgefeilten Schneeballsystem 5000 bis 6000 Anleger geschädigt.

"Ich würde tot umfallen und zur Hölle fahren, wenn das ein Schneeballsystem gewesen sein soll", sagte Stanford in einem tränenreichen Interview im April. Die Tatsache, dass bei den Ermittlungen der US-Behörden Milliarden von Dollar auftauchten, sei ein Beleg dafür, dass er kein Schneeballsystem betrieben habe, sagte er.

"Der große Kampf steht noch aus und ich bin sicher, dass die Welt erkennen wird, dass Stanford niemanden betrogen hat", sagte sein Anwalt am Freitag.

Das Gericht wollte im Tagesverlauf entscheiden, ob der 59-Jährige wegen Fluchtgefahr weiter in Haft bleibt oder gegen eine Kaution von einer halben Million Dollar auf freien Fuß gesetzt wird. Im Fall einer Verurteilung droht Stanford eine lebenslange Haftstrafe.

Stanfords Fall erinnert an den Madoff-Skandal - dem bisher größten Finanzbetrug in der Geschichte der Wall Street. Einen Vergleich mit der Mega-Affäre um den geständigen New Yorker Milliardenbetrüger Bernard Madoff lehnte Stanford in einem Interview vehement ab - und drohte dem Reporter für die Unterstellung sogar Prügel an.

yes/Reuters



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