Anlass zum Feiern Morgen ist Steuerzahler-Gedenktag

Einen Gedenktag ganz spezieller Art können Deutschlands Steuerzahler morgen begehen. Denn ab diesem Tag arbeiten sie - rein rechnerisch - nur noch für den eigenen Geldbeutel. Das bis heute erwirtschaftete Einkommen fließt dagegen komplett in die Staatskassen.


Berlin - Das Datum des seltsamen Gedenktags ist nicht festgesetzt, sondern richtet sich nach der aktuellen Steuerlast. Das Einkommen, das nach diesem Tag verdient wird, fließt rein rechnerisch in den eigenen Geldbeutel. Alles zuvor Verdiente bekommt der Staat. Was auf den ersten Blick nach reiner mathematischer Spielerei aussieht, hat Symbolcharakter: Je später im Jahr das Fest gefeiert wird, desto mehr Geld müssen die Steuerzahler an die öffentlichen Kassen abgeben.

Für 2006 liege die Steuerquote bei 51,02 Prozent, teilte der Bund der Steuerzahler heute mit. Daraus lasse sich berechnen, dass das gesamte bis zum 5. Juli, 05.35 Uhr, erwirtschaftete Einkommen in die Staatskassen fließt.

Im Vergleich zum bisherigen Höchstwert im Jahr 2000 mit 56,3 Prozent sei der Steuerzahler dieses Jahr um 5,3 Prozentpunkte entlastet worden. "Wir haben allerdings keinen Grund, Entwarnung zu geben", erklärte der Präsident des Steuerzahlerbundes, Karl Heinz Däke: "Im Gegenteil: Die Große Koalition treibt die Steuer- und Beitragsbelastung deutlich nach oben." Der Gedenktag müsse künftig wieder früher im Jahr gefeiert werden, sagte Däke und erinnerte an alte Zeiten: Vor 46 Jahren sei der Gedenktag bereits auf den 1. Juni gefallen.

ase/dpa-AFX



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