Anleger-Verfahren Telekom startet mit neuer Strategie in Mammutprozess

Im bisher größten Anlegerschutzprozess Deutschlands will sich die Telekom nach SPIEGEL-Informationen mit einer neuen Strategie verteidigen. So will sie nachweisen, dass die Klagen von 16.000 Kleinaktionären ein Vorwand und haltlos sind.

Hamburg - Die Verteidiger haben ihre Argumentationslinie geändert. Während die Telekom  bisher nachzuweisen versuchte, die Aktienprospekte im Vorfeld des Börsengangs 2000 seien korrekt gewesen, eröffnen ihre Juristen jetzt eine neue Abwehrfront.

Telekom-Haus (in Berlin): "Umfeld der New Economy"

Telekom-Haus (in Berlin): "Umfeld der New Economy"

Foto: REUTERS

Dabei ist von der einst mit TV-Stars wie Manfred Krug massiv beworbenen "Volksaktie" keine Rede mehr.

Die Anleger, so die neue Argumentation, hätten damals "in einem von der New Economy geprägten Umfeld gehandelt", in dem die heute umstrittenen Buchwerte von Immobilien überhaupt keine Rolle gespielt hätten.

Die Klagen der rund 16.000 Kleinaktionäre, die unter anderem fehlerhafte Buchwerte bemängeln, seien deshalb ein "bloßer Vorwand zur Begründung eines Prospektfehlers" – und somit haltlos.

Für den Tübinger Rechtsanwalt Andreas Tilp, der in dem Mammutverfahren den Musterkläger vertritt, ist die neue Linie der Telekom "ein Akt der schieren Verzweiflung“, die er vor Gericht durch Vorlage diverser TV-Spots und Interviews mit dem damaligen Telekom-Chef Ron Sommer widerlegen will.

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