Ansehen Microsoft stößt General Electric vom Thron

Rücksichtslos, machtversessen, gnadenlos - mit negativen Attributen sparen Kritiker nicht, wenn sie über Microsoft sprechen. Eine Umfrage unter Firmenchefs fördert ein anderes Bild zu Tage. Danach ist der Softwaregigant inzwischen das angesehenste Unternehmen überhaupt.


Hamburg - Microsoft, bisher der ewige Zweite, sei "innovativ und erfüllt mit seinen Produkten und seiner Wachstumsfähigkeit die Bedürfnisse der Gesellschaft", zitiert die "Financial Times Deutschland" einen Befragten aus der Studie. Ein anderer beschrieb den Konzern als "ein sehr innovatives Unternehmen, das fast alles in unserem Leben berührt".

Überraschendes Ergebnis der Studie ist, dass die Anerkennung aus allen Lagern kommt: "Fondsmanager sehen Microsoft und General Electric ebenso auf den Plätzen eins und zwei wie Vertreter von Nichtregierungsorganisationen", schreibt die Zeitung. Auch beim Shareholder-Value, beim sozialen Engagement und bei Innovationen sei Microsoft Nummer eins.

Lediglich im Bereich Unternehmensführung liege GE vor Microsoft. Die einzigen Kategorien, in denen keiner der beiden Konzerne an der Spitze liegt, sind Kundenservice und beste Trendwende. Dort ging der Sieg an die japanischen Autobauer Toyota und Nissan.

Dass Bill Gates vor dem ehemaligen GE-Chef Jack Welch als der am meisten bewunderte Manager geführt werde, sei für Microsoft das Tüpfelchen auf dem i. Der derzeitige Chef von GE, Jeff Immelt, rangiert auf Platz neun. Ein bemerkenswerter Aufstieg ist auch dem US-Computerkonzern Apple gelungen. Das Unternehmen ist vom 42. auf den 9. Rang geklettert. Maßgeblich dafür ist der Erfolg des Musikabspielgeräts iPod. Ein CEO beschreibt Apple als "ein extrem innovatives Unternehmen". Er fügt hinzu: "Es ist aus der Asche auferstanden. Apple hat einen neuen Lebensstil gefördert."

Aufwärts im Ranking ging es auch für die Internetsuchmaschine Google, die mit dem 39. Platz erstmals unter den ersten 50 liegt. Die US-Kaffeehauskette Starbucks, ein weiteres Symbol des modernen Lebens, ist zum ersten Mal im Ranking enthalten und auf Platz 14 gelandet.

Für die Studie hat PriceWaterhousCoopers insgesamt 954 Firmenchefs aus 25 Ländern befragt.



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