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FINANZMÄRKTE »Ansteckungsgefahr ist begrenzt«

Jerome Booth, 38, Chefanalyst der Londoner Fondsgesellschaft Ashmore Investment Management, über die Finanzkrise in den Schwellenländern
aus DER SPIEGEL 29/2001

SPIEGEL: Wie schwer sind die Finanzmärkte von Argentinien bis Taiwan getroffen?

Booth: Es gibt eine tiefe politische Krise in Argentinien, ein Währungsproblem in Brasilien sowie ein Finanzproblem in der Türkei. Die Ansteckungsgefahr für die anderen Schwellenländer ist allerdings nicht so groß wie vor drei Jahren bei der Asienkrise, weil die internationalen Investoren die großen Probleme in Argentinien vorhergesehen haben. Sollte Argentinien seine Schulden nicht mehr zurückzahlen können, wird die Reaktion in den anderen Märkten heftig, aber kurzfristig sein.

SPIEGEL: Von Osteuropa bis Asien brachen in der vergangenen Woche Währungen und Aktienmärkte ein. Warum?

Booth: In den USA, der Heimat der großen institutionellen Anleger, ist Ferienzeit, die Liquidität an den internationalen Finanzmärkten war nicht so hoch. Außerdem herrschte große Nervosität wegen der schlechten Ergebnisse der amerikanischen Technologieunternehmen, die Risikobereitschaft ist sehr gering. Deshalb gerieten ein paar Dinge außer Kontrolle. Doch mittlerweile wird schon wieder mehr differenziert: Die osteuropäischen Währungen haben bereits wieder aufgewertet.

SPIEGEL: Selbst in Taiwan ging es nach unten. Kein Grund zur Beunruhigung?

Booth: Das lag an den schlechten Wachstumsaussichten für Singapur. Korea wird vor den USA aus der Rezession kommen. In Taiwan und auf den Philippinen gibt es Frühindikatoren, dass die Wirtschaftssituation besser wird. Es wird wegen Argentinien keinen Dominoeffekt geben.

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