Anzeigenkampagne Wal-Mart attackiert seine Kritiker

Wenige Unternehmen gerieten jüngst derart in die Kritik wie Wal-Mart. In den USA sieht sich der weltgrößte Handelskonzern mit Vorwürfen wie Diskriminierung und Lohndumping konfrontiert. Nun startet der Konzern einmal mehr eine PR-Gegenoffensive.

New York/Hamburg - In einer ganzseitigen Anzeige in mehr als 100 amerikanischen Tageszeitungen ging Wal-Mart-Chef Lee Scott mit den Kritikern des Konzerns ins Gericht. Diese arbeiteten auf eigene Rechnung, wetterte Scott. Wal-Mart dagegen verfolge das Ziel, das Leben aller zu verbessern. "Können die Kritiker dasselbe von sich sagen?", fragte der Top-Manager.

Wal-Mart   steht in den USA seit Jahren wegen Lohndumping und Warenimporten aus Billiglohnländern unter Beschuss. Besonders brisant ist der Vorwurf, dass weibliche Angestellte bei Beförderungen diskriminiert werden. Wal-Mart droht in den USA deswegen eine gigantische Sammelklage.

Auch das Plattmacher-Image des Konzerns bereitet Probleme. Kleine Einzelhändler fürchten um ihr Geschäft, sobald in der Nähe ein Wal-Mart-Supercenter eröffnet. Deswegen machen Städte vermehrt gegen das Unternehmen mobil, wenn Baupläne publik werden. Besonders im US-Bundesstaat Kalifornien sah sich Wal-Mart zuletzt häufiger mit hartnäckiger Gegenwehr konfrontiert.

Vorstandschef Scott hatte deswegen bereits zuvor Imagekampagnen auf regionaler Ebene gestartet. Nun aber bemühen sich die Verantwortlichen um ein besseres Bild im gesamten Land. So hat Wal-Mart gleichzeitig eine neue Homepage geschaltet, die keinen anderen Zweck verfolgt, als den Konzern in einem besseren Licht dastehen zu lassen.

Ob es in Deutschland eine ähnliche Kampagne geben wird, blieb zunächst unklar. Auch hier zu Lande geriet das Unternehmen immer wieder in die Kritik. Die Dienstleistergewerkschaft Ver.di wirft Wal-Mart-Germany vor, Betriebsräte unter Druck zu setzen.

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