AOL Deutschland Time Warner denkt über Verkauf nach

Der US-Medienkonzern Time Warner lotet Branchenkreisen zufolge die Möglichkeiten für einen Verkauf des Internetanbieters AOL Deutschland aus. Mit einigen Gesellschaften seien bereits erste Gespräche geführt worden, hieß es heute.


Frankfurt am Main/New York - Denkbar sei auch eine weit reichende Kooperation zwischen AOL Deutschland und einem anderen Kommunikationsunternehmen. Die Verhandlungen befänden sich in einem sehr frühen Stadium und könnten noch abgebrochen werden. Ein Time-Warner-Sprecher lehnte auf Anfrage einen Kommentar dazu ab. Der US-Konzern hatte kürzlich mitgeteilt, die strategischen Optionen für seine Tochter AOL Europe zu prüfen.

Als Interessenten wurden in den Kreisen unter anderem der spanische Telekomkonzern Telefonica sowie Arcor genannt. Die in Hamburg angesiedelte AOL Deutschland hat über eine Million DSL-Kunden unter Vertrag und würde damit einem möglichen Käufer helfen, den Abstand zum Marktführer Deutsche Telekom zu verringern. "Das Netz einer Telefonica und einer Arcor könnte damit besser ausgenutzt werden", sagte ein Manager eines Unternehmens, der ungenannt bleiben wollte.

Allerdings gebe es auch Bedenken gegen einen Erwerb von AOL Deutschland, da es bei der Gesellschaft "viele Baustellen" gebe. Das Unternehmen bietet kostenpflichtige Inhalte an, die bei anderen Gesellschaften kostenlos zu haben sind. Eine Übernahme durch die Vodafone-Tochter Arcor sei daher weniger wahrscheinlich, hieß es.

Anders sehe es bei Telefonica aus. Die Gesellschaft will Kreisen zufolge nach dem Erwerb des auch in Deutschland aktiven Mobilfunkanbieters O2 sein Festnetzgeschäft ausbauen.

kaz/dpa-AFX



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