AOL Time Warner Ergebnis liegt weit über den Erwartungen

Das weltgrößte Medienunternehmen AOL Time Warner hat im dritten Quartal dieses Jahres Milliardenverluste erlitten. Die Wall-Street-Analysten sind dennoch begeistert.


Zuversicht für die Zukunft: AOL Time Warner-Zentrale
AFP

Zuversicht für die Zukunft: AOL Time Warner-Zentrale

New York - Insgesamt wuchs der Nettoverlust von 902 auf 996 Millionen Dollar. Dies entspreche einem Minus von 22 Cent je Aktie nach minus 21 Cent im Vorjahr, teilte AOL am Mittwoch vor Börseneröffnung in New York mit.

Klammert man Sonderbelastungen aus, hat sich die Gewinnsituation allerdings dank des guten Online-, Film- und Kabelfernsehgeschäfts erheblich verbessert. Das Unternehmen war durch die Übernahme von Time Warner durch AOL für 106 Milliarden Dollar im Januar dieses Jahres entstanden.

Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 9,3 Milliarden Dollar. Der Gewinn unter Ausklammerung von Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) legte allerdings um 20 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar zu. Pro Aktie stieg der Überschuss damit binnen Jahresfrist von 21 auf 30 Cent und übertraf die Schätzungen der Analysten deutlich. Diese hatten laut einer Umfrage von First Call/Thomson Financial im Schnitt mit einem Gewinn von 26 Cent pro Aktie gerechnet.

Für die ersten neun Monate 2001 wies das Unternehmen einen Verlust von 3,1 gegenüber 3,3 Milliarden Dollar im Vorjahr aus. Der Ebitda-Gewinn erhöhte sich jedoch um 20 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar. Der Umsatz stieg um sechs Prozent 27,6 Milliarden Dollar.

Die Abonnenteneinnahmen stiegen im dritten Quartal um 13 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar, während die Werbe- und elektronischen Kommerzumsätze um fünf Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar fielen. AOL Time Warner hat in den vergangenen zwölf Monate die Zahl seiner Abonnenten um insgesamt 18,2 Millionen auf 137 Millionen erhöht. Die Kundenzahl beim digitalen Kabelfernsehen schoss um 127 Prozent auf 2,9 Millionen in die Höhe.

Auch der Ausblick stimmte die Analysten zufrieden. Der Konzern gab sich zuversichtlich, seinen Ebitda-Gewinn auch im Geschäftsjahr 2002 zweistellig steigern zu können.



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