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11. Januar 2007, 19:26 Uhr

Apple-Handy

Europäische Mobilfunkkonzerne wollen iPhone vermarkten

Ob Vodafone D2, T-Mobile oder O2 - das neue iPhone-Handy von Apple stößt bei europäischen Mobilfunkanbietern auf reges Interesse. Eine exklusive Partnerschaft wie mit Cingular in den USA wird es aber wohl nicht geben.

Düsseldorf/Bonn - "Die Unternehmen werden sich alle darum bemühen, das Apple-Handy zu vermarkten", hieß es in Branchenkreisen. Allerdings werde es in Europa wohl anders als in den USA keine exklusive Vertriebspartnerschaft geben, da der europäische Markt über andere Mechanismen verfüge, hieß es. So werden Mobiltelefone - oft mit hohen Subventionen - direkt von den Mobilfunkanbietern vertrieben. Außerdem wurde erwartet, dass Apple sein Handy für den europäischen Markt mit dem schnellen Datendienst UMTS aufrüstet. "Anders ist eine Vermarktung gar nicht möglich", hieß es im Umfeld des Unternehmens.

Ein Sprecher von Vodafone D2 bezeichnete das iPhone als "hochinteressant". Das Gerät passe gut zu der Strategie von Vodafone, Multimedia- und Musikdienste auszubauen. Auch ein Sprecher der Telekom-Mobilfunksparte T-Mobile sagte auf Anfrage: "Wir prüfen, ob wir das iPhone vermarkten wollen. Nach Informationen der britischen Tageszeitung "The Times" führte die spanische Telefónica , zu der auch der Mobilfunk-Anbieter O2 gehört, bereits erste Gespräche mit Apple.

In den USA soll das iPhone von Juni an exklusiv vom größten Mobilfunkanbieter Cingular vertrieben werden. Der Markteintritt in Europa ist für das vierte Quartal geplant. Im Jahr 2008 will Apple weltweit zehn Millionen iPhones verkaufen. Dies entspricht etwa einem Prozent des globalen Handy-Marktes. Experten bescheinigen dem iPhone gute Erfolgsaussichten. "Apple setzt mit dem User-Interface des iPhone neue Maßstäbe für Handys", sagte Martin Gutberlet von der Marktforschungsgesellschaft Gartner.

Die Bedienung des Geräts sei im Vergleich zu anderen Mobiltelefonen vorbildlich. Er verwies darauf, dass für das iPhone wie schon für den MP3-Spieler iPod eine Zulieferindustrie entstehen wird. Mit der Balda AG profitiert davon auch ein deutsches Unternehmen. "Wir arbeiten mit Apple bei dessen iPhone zusammen", sagte Balda-Chef Joachim Gut auf Anfrage. Zum erwarteten Umsatzvolumen machte er keine Angaben. Dem Vernehmen nach liefert Balda die berührungsempfindlichen Bildschirme für das iPhone. Nach Bekannt werden der Zusammenarbeit schoss die Balda-Aktie am Mittwoch um mehr als 16,5 Prozent auf 8,80 Euro hoch.

tim/dpa

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