Arbeitsagentur-Chefin über Zuwanderung Nahles fordert »neue Willkommenskultur« in Deutschland

Deutschland ist nach den Worten von Andrea Nahles auf mehr Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Für Zuwanderer gibt es der Chefin der Arbeitsagentur zufolge aber zu viele Hürden – und zu wenig Anerkennung.
Seit gut vier Monaten Arbeitsagentur-Chefin: Andrea Nahles

Seit gut vier Monaten Arbeitsagentur-Chefin: Andrea Nahles

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Nicolas Armer / picture alliance/dpa

Arbeitsagentur-Chefin Andrea Nahles hat eine neue Willkommenskultur gefordert, um mehr Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen und sie auch in Deutschland zu halten.

»Der Spirit ›Einwanderungsland‹ ist in Deutschland noch nicht da«, sagte die frühere SPD-Vorsitzende dem Nachrichtenportal »t-online«. »Es kommen ja nicht Fachkräfte zu uns, sondern Menschen. Und deshalb brauchen wir auch die Bereitschaft, sie eben nicht nur als Fachkräfte zu sehen, sondern als Menschen willkommen zu heißen. Sonst wird es nicht gelingen.«

Nahles sieht das eigentliche Problem vor allem bei der hohen Zahl an Auswanderern. Allein im vergangenen Jahr seien rund 1,1 Millionen Menschen nach Deutschland gekommen, so Nahles. »Dummerweise sind gleichzeitig 750.000 Leute wieder ausgewandert.«

Laut Nahles beklagten viele dieser Menschen, dass sie unterhalb ihrer Qualifikation arbeiteten, weil ihre Berufsabschlüsse nicht anerkannt würden. »Außerdem hätten sie gern ihre Familie bei sich, die darf aber nicht kommen.« Würde Deutschland die Zahl der Auswanderer reduzieren, könnte laut Nahles ein Teil des Fachkräfteproblems gelöst werden.

Die 52-Jährige kritisierte die »vielen Hürden« für Zuwanderer. »Es beginnt schon damit, dass die Menschen in ihrem Heimatland Deutsch lernen müssen. Es gibt aber nicht überall Deutschlehrer. Und dann müssen Interessenten den Kurs selbst bezahlen, das können sich manche schlicht nicht leisten.«

Deutschland konkurriere dabei mit englischsprachigen Ländern. Englisch sei eine Sprache, die viele Menschen weltweit in der Schule lernten. »Und schließlich dauert es oft Monate, bis man einen Termin beim Konsulat für ein Visum bekommt.«

che/dpa-AFX
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