Arbeitslosigkeit Deutsche sind Spitzenreiter im Schwarzsehen

Armut, soziale Isolation, mangelnde Anerkennung: Wie in keinem anderen europäischen Land haben die Menschen hierzulande Angst vor dem Arbeitsplatzverlust. Auch der Aufschwung lässt sie nicht optimistischer werden.


Nürnberg - Auf die Frage, was sie für das dringendste Problem in ihrem Land halten, antworteten zwei Drittel der Deutschen: die Arbeitslosigkeit. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 12.000 Menschen in ganz Europa, die die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) durchgeführt hat. Mit diesem Ergebnis liegt Deutschland im europäischen Vergleich weit vorne.

Schlimmste Sorge: Zwei Drittel der Deutschen graut es vor dem Gang zur Arbeitsagentur
DDP

Schlimmste Sorge: Zwei Drittel der Deutschen graut es vor dem Gang zur Arbeitsagentur

Nur 30 Prozent haben im Durchschnitt Angst vor der Arbeitslosigkeit. Besonders gelassen sind die Niederländer und die Briten, die sich überhaupt nicht von drohender Erwerbslosigkeit einschüchtern lassen. Nur fünf beziehungsweise zwei Prozent sehen den Arbeitsmarkt dort als dringendes Problem an.

Schon seit 2001 steht das Thema Arbeit an der Spitze, wenn es um die Sorgen der Europäer geht. Allerdings hat die Angst in den vergangenen Jahren mehr und mehr abgenommen. In Deutschland bleibt sie jedoch auf hohem Niveau - dem aktuellen Aufschwung und der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt zum Trotz.

Weitere wichtige Themen der Menschen in Europa sind die Entwicklung von Preisen und der Kaufkraft, die eigene Wohnungssituation und die wachsende Kriminalität. Ein Comeback feiert in diesem Jahr der Umweltschutz. Sieben Prozent der Europäer sehen das Thema als dringend an. Immerhin: Auch hier sind die Deutschen Spitze.

mas/Reuters/AP



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