Nach Lockdown-Ende Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten wieder mehr – Vorkrisenniveau noch nicht erreicht

Im Schnitt hat jeder Erwerbstätige im zweiten Quartal 316 Stunden gearbeitet. Das sind allerdings noch fast zehn Stunden weniger als 2019 – vor allem, weil noch viele Menschen in Kurzarbeit sind.
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Das Ende des Corona-Lockdowns zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt. So lag die Arbeitszeit pro Erwerbstätigem im zweiten Quartal bei 316,2 Stunden und stieg damit binnen Jahresfrist um 6,8 Prozent, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mitteilte.

»Der Arbeitsmarkt befindet sich auf Erholungskurs, es werden wieder deutlich mehr Stunden gearbeitet«, sagte IAB-Fachmann Enzo Weber. »Aber bis zum Vorkrisenstand ist es noch ein weiter Weg – und erst recht zu einem Niveau, das ohne Krisenwirkungen erreichbar gewesen wäre.« Verglichen mit dem Frühjahrsquartal im Vorkrisenjahr 2019 war die Arbeitszeit pro Erwerbstätigem knapp drei Prozent geringer.

Derweil liegt die Kurzarbeit weiter auf einem hohen Niveau. Im Vergleich zum Vorquartal sei die Zahl der Kurzarbeitenden im zweiten Quartal infolge der Lockerungen des Lockdowns aber um knapp 1,4 Millionen auf rund zwei Millionen Personen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresquartal bedeutet das einen Rückgang um mehr als 3,3 Millionen.

Der Arbeitsausfall je Beschäftigtem betrug dem Institut zufolge im Frühjahr 8,4 Stunden und ist damit im Vergleich zum Vorjahresquartal um 10,2 Stunden deutlich gesunken.

tse/rtr
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