Arbeitsmarkt Müntefering will Erwerbslose als Erntehelfer einsetzen

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering will jetzt eine schon mehrfach propagierte Idee aufgreifen, um Arbeitslosen zu einem neuen Job zu verhelfen. Anstelle von ausländischen Saisonarbeitern sollen sie künftig als Erntehelfer eingesetzt werden.


Dortmund - Müntefering wolle in den kommenden beiden Jahren jeweils bis zu 32.500 inländische Arbeitssuchende anstelle von ausländischen Saisonarbeitern als Erntehelfer vermitteln, berichten die "Ruhr-Nachrichten". Das gehe aus den Eckpunkten für die Beschäftigung mittel- und osteuropäischer Saisonbeschäftigter für die Jahre 2006 und 2007 hervor. Heute solle Münteferings Vorstoß im Bundeskabinett behandelt werden.

Ziel sei es, die Inländer anstelle von zehn Prozent der im Jahr 2005 zugelassenen rund 325.000 mittel- und osteuropäischen Beschäftigten zu vermitteln, berichtet das Blatt. Jeder Betrieb erhält danach 2006 nur noch 80 Prozent der Zulassungen von 2005 ohne individuelle Prüfung der Beschäftigungsmöglichkeiten inländischer Arbeitssuchender. Weitere Zulassungen von Saisonarbeitern aus dem Ausland würden nur bewilligt, "soweit für die Tätigkeit keine inländischen Arbeitsuchenden vermittelt werden können".



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Laibach, 11.04.2005
1.
Eine Wende kann meines Erachtens nur durch einen extrem starken Kanzler herbeigeführt werden , einer , der nicht andauernd Wahlen im Hinterkopf hat und der dem Druck von Lobbyisten nachgibt. Dieser Kanzler (der Schröder noch werden kann , wenn er Mut zum Risiko bekommt und nicht um sein Bild in der Geschichte nachdenkt) müsstre dafür sorgen , dass die soziale Marktwirtschaft auch wieder ihren Namen verdient. Im Grunde habe ich da sogar noch eine härtere Einstellung , ich halte die Eu für den Hauptschuldigen , die Eu und die damit einhergehende Globalisierung , sorgt meines Erachtens dafür , dass wir bald wieder Schlafgänger in der Gesellschaft haben und mit 3 Familien in einer Wohnung leben .Langsam aber sicher versucht man überall ab zu bauen .Ein Kanzler müsste sich dem entgegen stellen und besonders den Grossunternehemen parolie bieten , denn die versemmeln hier dass meiste Kapital und haben Vorbildfunktion für Mittelständler , die mittlerweile auch wie ich gehört habe zu Anarcho - Kapitalisten mutieren. Fazit , der Staat muss eine härtere Linie fahren und darf nicht gleich zusammenzucken , wenn jemand weint (wobei ich wie gesagt finde , dass das Proletariat schon genug zu erleiden hatte)
DJ Doena 11.04.2005
2.
---Zitat von Laibach--- Eine Wende kann meines Erachtens nur durch einen extrem starken Kanzler herbeigeführt werden , einer , der nicht andauernd Wahlen im Hinterkopf hat und der dem Druck von Lobbyisten nachgibt. ---Zitatende--- Dies könnte man IMHO ohne viel Aufwand und ohne umschreiben irgendwelcher Verfassungen und/oder Grundgesetze erreichen. Alle Landtags- und Bundestagswahlen finden an dem selben Tag alle 4 oder 5 Jahre statt (aschließendes Oder: entweder wählen alle alle 4 Jahre oder alle 5 Jahre, nciht 3 Länder so und 4 Länder + Bund so). Sollten aus welchen Gründen auch immer irgendwo Neuwahlen stattfinden, so konstituert sich der neue Bundestag/Landtag/Senat nur mit Wirkung zum nächsten regulären Wahltag. So könnten die Politiker etwas gelöster (aber hoffentlich nicht noch schlampiger) an die Aufgaben herangehen. Und eine Bundesratsblockade wird auch unwahrscheinlich, da sich ein Trend in beiden Häsuern dann durchsetzen wird.
Sid Gotama, 11.04.2005
3.
Laibach forderte im Beitrag #2 ein härteres Durchgreifen des Kanzlers. Solch autoritäres Verhalten hat uns den EU-Binnenmarkt gebracht und wird uns warscheinlich auch die (kaum veränderte) Bolkestein-Richtlinie einbringen. Lesen Sie hierzu den Artikel Die Bolkestein-Direktive wird unverändert umgesetzt (http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=7&idart=552) auf den Nachdenkseiten. Autoritäres Durchsetzungsvermögen ist kein Ersatz für vorheriges Nachdenken und der Fähigkeit zu Überzeugen um zum richtigen Ergebnis zukommen. Um einem Missverständnis vorzubeugen: ich bin für ein demokratisches Europa! Aber das ist etwas anderes als die EU. Denn die ist nur ein Wirtschaftssystem in dem undemokratische - eben autoritäre - Entscheidungen herbeigeführt werden. Das Versagen der Politik wird solange anhalten wie die Politiker auf Einflüsterungen der INSM und ähnlicher Lobbyistengruppen statt auf die berechtigten und angemessenen Forderungen der Bevölkerung hören. Das Ziel der Politik muss eine Verbesserung der Lebensqualität Aller sein. Die Ausgrenzung und individuelle Zuweisung der Schuld an die Opfer dieser verfehlten Politik muss beendet werden. Die Lösung bringt kein autoritär agierender Kanzler, sondern gemeinsam angewandte Vernunft.
Laibach, 11.04.2005
4.
Ich will ja auch keinen Diktator , ich fordere mehr Mut. Zur gemeinsamen Vernunft muss ich sagen , dass die Politiker uns gegenwärtig da was anderes zeigen. Was ich nebenbei auch noch fordern würde wäre die Abschaffung des Föderralismus , nochmal ich will keinen Diktator , aber Frankreich ist auch Zentralistischer Organisiert und trotzdem haben sie keinen Führer.
Sid Gotama, 11.04.2005
5. @ Laibach (#5)
---Zitat--- ... ich fordere mehr Mut. ---Zitatende--- Kann man Mut (sinnvollerweise) einfordern? Anderen (Mutlosen) Mut zu machen dürfte einfacher sein. Aber dazu muss man die Leute da abholen wo sie sind, d. h. auf ihre Bedürfnisse eingehen statt sie mit Forderungen zu konfrontieren. Zum Thema gemeinsame Vernunft ---Zitat--- ... dass die Politiker uns gegenwärtig da was anderes zeigen. ---Zitatende--- Zustimmung. Die (Wieder-)Wahl hat für die meisten Berufspolitiker oberste Priorität. Die Interessen der Bevölkerung bzw. der Gesellschaft haben die geringste Priorität. ---Zitat--- ... Abschaffung des Föderralismus ... ---Zitatende--- Sie treten für hierarchische Strukturen ein? Welchen Vorteil versprechen Sie sich davon? Schnellere Entscheidungen? Und vor allem die einfachere Durchsetzung? ---Zitat--- ... nochmal ich will keinen Diktator ... ---Zitatende--- Schon klar, bzw. verstanden. Autoritäre Entscheider müssten schon auf dem Stein der Weisen sitzen und von diesem Thron herunter regieren um ohne einen aufwändigen Entscheidungsprozess die richtige Entscheidung zu treffen. Selbst Experten unterliegen Irrtümern. Daher hilft meiner Meinung (die ich mir aufgrud eines Gedanken von Carl Friedrich von Weizsäcker gebildet habe) nach nur ein effizienter Entscheidungsprozess: gemeinsam angewandte Vernunft - oder anders geschrieben: vernunftbetonter Interessenausgleich. Die aktuelle Politik - also die Interessenvertretung - ist davon sehr weit entfernt.
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