Arbeitsmarkt Regierung will Zuzug ausländischer Akademiker erleichtern

Der Standort Deutschland soll gestärkt, dem Fachkräftemangel abgeholfen werden - deshalb haben Innenminister Schäuble und Arbeitsminister Scholz ein Aktionsprogramm vorgelegt, das hochqualifizierten Ausländern den Aufenthalt in Deutschland erleichtern soll.


Hamburg - Die Bundesregierung will den Zuzug von hochqualifizierten Ausländern erheblich erleichtern. Ein entsprechendes "Aktionsprogramm" zur Steuerung des Fachkräftebedarfs haben Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) vergangene Woche nach Informationen des SPIEGEL den Koalitionsspitzen vorgelegt. Damit solle der "Arbeitsmarkt für alle Akademiker" aus Drittstaaten geöffnet werden.

Das Programm sieht beispielsweise vor, dass geduldete Hochschulabsolventen und Facharbeiter bereits dann eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis erhalten sollen, wenn sie zwei Jahre in Deutschland in einem ihrer Ausbildung entsprechenden Beruf gearbeitet haben. Die Bundesregierung will zudem die Mindesteinkommensgrenze, ab der ausländische Akademiker sich nicht mehr einer speziellen Prüfung durch die Bundesagentur für Arbeit unterziehen müssen, von bislang 86.400 Euro auf 63.600 Euro senken. Damit solle der Standort Deutschland "im internationalen Wettbewerb um hochqualifizierte Fachkräfte" gestärkt werden.

Zum Maßnahmenkatalog gehört auch eine bevorzugte Förderung von Absolventen deutscher Schulen im Ausland. Damit erhofft sich das Innenministerium eine bessere Integration. Weiter abgeschottet bleiben soll der Arbeitsmarkt für Arbeitnehmer aus neuen osteuropäischen Beitrittsstaaten der EU, wie Bulgarien und Rumänien; eine entsprechende Klausel soll bis 2011 verlängert werden.

Mit diversen kleineren Initiativen will die Große Koalition zudem die "Rahmenbedingungen für Ausländer in Deutschland attraktiver gestalten". Die Regelungen, die voraussichtlich am 16. Juli im Kabinett beschlossen werden, sollen ab Anfang kommenden Jahres gelten.



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