Arbeitsmarkt Union drängt auf Einführung des Kombilohns

Die Einführung eines Kombilohns halten Arbeitsmarktexperten der CDU für den besten Weg, um die Chancen für Niedrig-Qualifizierte zu verbessern. Schon in den nächsten sechs Monaten wollen sie das Modell einführen. Zuvor muss noch die SPD überzeugt werden.


Hamburg - Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit sei es wichtig, im ersten Halbjahr 2006 ein entsprechendes Modell zu verabschieden, sagte der designierte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla der "Bild"-Zeitung. "Wir haben in Deutschland genug Arbeit, aber häufig reicht der Verdienst aus dieser Arbeit allein zum Leben nicht aus." Deshalb müsse der Staat einen Zuschuss zu Niedriglöhnen zahlen.

Nach Pofallas Worten geht es vor allem um Arbeitslose, die mehr als ein Jahr ohne Beschäftigung und schwer vermittelbar sind. "Wir wollen diesen Schwächsten der Schwachen auf dem Arbeitsmarkt helfen." Wenn sich die SPD nicht bewege, könne die Große Koalition auch die Massenarbeitslosigkeit nicht erfolgreich bekämpfen.

SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering hatte jüngst im Bundestag angekündigt, die Koalition werde im Frühjahr die Fragen Kombilohn, Entsendegesetz und Mindestlöhne erörtern. Die Meinungsbildung dazu sei aber noch nicht abgeschlossen.



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bcpmoon, 12.04.2005
1. Wieviele Arbeitsplätze bringt das denn?
Wenn von Mindestlöhnen gesprochen wird, was bringt das denn, ausser, das ich mein Geld einem teureren Anbieter geben muss, der so Monopolrenten einstreicht? Das ist unsozial und ungerecht! Ausserdem finde ich es witzig, dass im Moment in der Schweiz die gleiche Diskussion geführt wird. Nur sollen dort die Billig-Deutschen draussen gehalten werden...
SirRobin 12.04.2005
2. Rüben statt Rubel
Warum kehren wir nicht wieder zurück zur Entlohnung durch Naturalien (Muschelgeld mal ausgenommen). Je nach sozialer Kaste gibts es Kartoffeln, Haferflocken, Orangen, Playstations, Mercedes oder Lear Jets. Das alles wird natürlich im Ausland produziert um so die Produktionskosten zu senken. Damit hätte wir auch endlich das leidige Thema vom Tisch, dass der Handel und die Industrie jammern, keiner konsumiere mehr was (essen und fliegen muss schließlich jeder...). Gewerkschaftlich könnte man dies sicher über Tomaten-Flächen-Verträge organisieren, sogar die Farbe würde hier stimmen. Ist das nicht durchzusetzen sollte man möglichst schnell einen Mindestlohn auf Hartz 5 Niveau festsetzen und die 60 Stundenwoche einführen (die Biergärten in München sind an lauen Sommerabenden einfach zu voll - womit schon wieder ein Problem gelöst wäre). Bei 60 Stunden und einer Ernährung rein von 30 Cent-Blumenkohl sinkt die Lebenserwartung dann auf 40 Jahre, was wiederum die Rentenkasse deutlich entlasten und das Flugbenzin sicher verbilligen würde. Achja, und dann sollten wir noch drüber reden welche Opfer gebracht werden müssen, damit es in Deutschland wieder bergauf geht...
DAW, 12.04.2005
3.
@bcpmoon: Vielleicht ein Beleg dafür, dass *ein* Europa mit so vielen unterschiedlichen Steuersätzen, Sozialsystemen und Lohnhöhen nicht zu machen ist? Wenn schon mit deutschen Beiträgen ganz Europa subventioniert wird, dann sollten die empfängerländer diese auch dazu verwenden, Lohnniveau und Absicherung der Massen zu erhöhen und einem guten Standard anzupassen anstatt es per Subvention oder Steuergeschenken nahezu ungefiltert den Konzernen in die Taschen zu lenken. MfG Daniel
ingo w, 12.04.2005
4.
Es bringt vielleicht direkt keine neuen Arbeitsplätze, aber, wie man ja in der Fleischindustrie eindrücklich bewundern darf, wenn es wie bisher weitregeht haben wir womöglich mehr Arbeitsplätze, aber nur noch Tschechen,Letten etc. die diese besetzen, zu 1,5 Euro die Stunde. Anerkanntermassen krankt bei uns die Binnenkonjunktur, und ein brauchbares Mindesteinkommen mag ein Weg sein diese wieder in Fahrt zu bringen. Alleinseligmachend ist das nicht, da kann ich nur zustimmen. Es muß weitergehen, Arbeit muß in Deutschland wieder billiger werden. Wohlgemerkt, die Arbeit, nicht der Arbeiter wie im Augenblick! Runter mit den Nebenkosten, dieser Strafabgabe auf Arbeit. In vielen Foren hier wurde bereits darüber diskutiert, auch hier zeigt es sich. Warum denn wird ein Vertragsarbeiter eingestellt? Weil auf dessen (auch noch niedrigeren) Lohn keine weiteren Abgaben fällig sind. Da wir hier in Deutschland aber doch noch einen Konsens haben, dass soziale Sicherheit gegeben sein muß, sollten sich auch ALLE daran beteiligen, nicht nur die schrumpfende Zahl der "klassischen" Arbeiter und Angestellten. Gleichzeitig sinken die Kostenvorteile importierter Waren, auch Chinesische Produkte würden zB. über eine höhere Mehrwertsteuer zu unserem Sozialsystem beitragen. Insgesammt erstaunt es mich aber immer wieder das es in der Politik scheinbar niemanden gibt der auch nur in diese Richtung denkt. Wieso eigentlich nicht?
bcpmoon, 12.04.2005
5. Vielleicht mehr Freiheit?
---Zitat von DAW--- @bcpmoon: Vielleicht ein Beleg dafür, dass *ein* Europa mit so vielen unterschiedlichen Steuersätzen, Sozialsystemen und Lohnhöhen nicht zu machen ist? Wenn schon mit deutschen Beiträgen ganz Europa subventioniert wird, dann sollten die empfängerländer diese auch dazu verwenden, Lohnniveau und Absicherung der Massen zu erhöhen und einem guten Standard anzupassen anstatt es per Subvention oder Steuergeschenken nahezu ungefiltert den Konzernen in die Taschen zu lenken. ---Zitatende--- Ich gebe Dir recht, dass es hier Systemmängel gibt und es keinen Sinn macht, mit der einen Hand zu nehmen und mit der anderen zu geben. Aber wieso soll nicht jedes Land selbst entscheiden, welches Sozialniveau es bieten möchte? Wieso müssen sich denn alle andere an uns anpassen? Und wäre es nicht sinnvoller, anstelle eines Mindestlohnes (der eh nur zu Schwarzarbeit führt) die Steuern zu senken und so ineffektive Verteilmechanismen zu vermeiden? Ich weiss immer noch am besten, was ich mit meinem Geld anfangen möchte und brauche dazu keine Bürokraten/Funktionäre/Politiker.
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