Während Hitzewelle Brand in Hochspannungsleitung – 20 Millionen Menschen in Argentinien ohne Strom
Menschen am Bahnhof von Buenos Aires während des Stromausfalls
Foto: LUIS ROBAYO / AFPNach einem Brand an einer Hochspannungsleitung in Argentinien ist in Millionen Haushalten der Strom ausgefallen. Rund 20 Millionen Menschen waren am Mittwoch zeitweise ohne Elektrizität, wie die Zeitung »La Nación« unter Berufung auf die Regierung des südamerikanischen Landes berichtete.
Aus Sicherheitsgründen wurde nach einem Brand unter einer Hochspannungsleitung im Zentrum des Landes das Kernkraftwerk Atucha I vom Netz genommen. Auch andere Kraftwerke gingen vom Netz.
In der Hauptstadt Buenos Aires, der gleichnamigen Provinz sowie in den Provinzen Santa Fe, Córdoba, Mendoza, Tucumán und Salta fiel daraufhin der Strom aus. Insgesamt waren rund 40 Prozent der Argentinier von dem massiven Stromausfall betroffen. Zum Ende des Hochsommers auf der Südhalbkugel leiden Teile des Landes derzeit unter einer Hitzewelle von Temperaturen bis zu 40 Grad.
Zuletzt hatten enorme Temperaturschwankungen in dem Land für Aufsehen gesorgt. Mitte Februar war das Wetter im Abstand von fünf Tagen von rekordverdächtiger Hitze zu extremer Kälte gewechselt.
Temperatursturz von knapp 30 Grad
Wie der nationale Wetterdienst mitteilte, wurde in der Hauptstadt Buenos Aires am Sonntag, 12. Februar, noch eine Tageshöchsttemperatur von 38,1 Grad Celsius gemessen – und am folgenden Donnerstag dann mit 7,9 Grad Celsius der niedrigste im Februar festgestellte Wert seit 1951. Meteorologen zufolge hängt der drastische Wetterumschwung mit dem Wetterphänomen La Niña zusammen.
Am folgenden Freitag fiel zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen zu dieser Jahreszeit auf niedrigen Gipfeln des rund 560 Kilometer westlich von Buenos Aires gelegenen Gebirges Sierra de la Ventana Schnee.
Den Kälteeinbruch verursachten dem Meteorologen Christian Garavaglia zufolge Luftmassen aus der Antarktis, die von Chile aus über die Anden nach Argentinien strömten. Diese »extreme Schwankung« sei mutmaßlich von einer besonders starken Ausprägung von La Niña verursacht. Dass Luft und Böden durch das Phänomen trockener sind, ermögliche besonders heftige Temperaturwechsel.