Finanzkrise Argentinische Regierung scheitert mit Plänen für einen Schuldenschnitt

Argentinien operiert mit seinem Staatsetat schon seit langer Zeit im Krisenmodus. Der hat sich jetzt im Zuge der Coronakrise drastisch verschärft. Die Gläubiger wollen von Umschuldung jedoch nichts wissen.
Buenos-Aires-Vorort Fuerte Apache: Verhandlungen nötig

Buenos-Aires-Vorort Fuerte Apache: Verhandlungen nötig

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Natacha Pisarenko/ AP

Argentiniens Pläne für eine Umschuldung zur Bewältigung der durch die Corona-Pandemie verschärften Wirtschaftskrise stoßen auf Widerstand. Eine Gruppe ausländischer Gläubiger lehnte den von der Regierung vorgeschlagenen Forderungsverzicht ab. Ein Ausweg aus der Schuldenkrise sei zwar weiterhin möglich, da man davon ausgehen könne, dass zahlreiche Gläubiger bereit seien, ihren Beitrag dazu zu leisten, teilte das Argentinien-Gläubiger-Komitee (ACC) mit, dem unter anderem Investmentfonds, Vermögensverwalter und Versicherer angehören. Zunächst seien aber Verhandlungen nötig, in denen die Regierung die finanzielle Lage und einen konkreten Kurs in der Wirtschaftspolitik zur Lösung der Probleme erläutere.

Um einen möglichen Staatsbankrott zu vermeiden, hatte die argentinische Regierung in der vergangenen Woche Umschuldungspläne vorgelegt. Sie sehen Entlastungen in Höhe von rund 40 Milliarden Dollar vor allem über eine Stundung und Reduzierung von den Zinszahlungen bei Staatsanleihen vor, aber auch einen teilweisen Forderungsverzicht von Investoren.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte die Schuldenlast Argentiniens jüngst als untragbar und einen "bedeutenden Beitrag der privaten Gläubiger" als notwendig bezeichnet. Die Ratingagentur Fitch erklärte kürzlich, es bestehe die Gefahr eines unmittelbaren Zahlungsausfalls, falls die Gläubiger den Plan der Regierung zur Umschuldung nicht akzeptieren würden.

Erst 2001 war Argentinien in die Staatspleite gerutscht. 2015 schaffte es die Regierung in Buenos Aires dann wieder, sich am freien Kapitalmarkt zu finanzieren. Bis heute hat sich das einst reichste Land Südamerikas aber nicht komplett von den Folgen der damaligen Krise erholt.

 

 

mik/Reuters
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