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Arkadij I. Wolski

aus DER SPIEGEL 31/1992

hatte bereits eine steile Parteikarriere hinter sich, als die KPdSU im vorigen Herbst in die Abstellkammer der Nation geriet: Vom Meister eines Moskauer Automobilwerkes stieg der Metallurgie-Ingenieur zum ökonomischen Chefberater von Parteichef Andropow auf. Von 1986 bis 1990 gehörte er dem Obersten Sowjet der UdSSR an. Michail Gorbatschow setzte Wolski als seinen Troubleshooter ein: Mutig, aber vergeblich bemühte sich der Belorusse als Statthalter der kaukasischen Unruhegebiete Berg-Karabach um eine Lösung des Nationalitätenkonflikts. Den liberal-konservativen Wirtschaftsfachmann, der sich zur Marktwirtschaft bekennt, wählte der Industrieverband - Interessenvertretung der Direktoren aus der Staatswirtschaft - 1990 zu seinem Präsidenten. Bei einem Deutschland-Besuch im vorigen Jahr wandte er sich gegen hohe Westkredite, weil sie »ausschließlich für Konsumimporte vergeudet werden«. Vor wenigen Wochen gründete Wolski, 60, mit Unterstützung seiner Staatsunternehmerriege eine eigene »Erneuerungs«-Partei.

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