Impfstoff-Ärger EU-Kommissar verkündet Exportstopp für AstraZeneca

30 statt 120 Millionen Dosen: Weil AstraZeneca Liefervereinbarungen nicht einhält, darf der Konzern seinen Impfstoff laut Binnenmarktkommissar Breton vorerst nicht aus der EU ausführen.
Kommissar Thierry Breton: Vorerst kein Impfstoff-Export

Kommissar Thierry Breton: Vorerst kein Impfstoff-Export

Foto: Andreu Dalmau / EPA

Die Europäische Union will keine Exporte des Impfstoffs von AstraZeneca erlauben, bis die Firma ihre Lieferpflichten an die EU-Staaten erfüllt hat. »Wir werden sicherstellen, dass alles in Europa bleibt, bis die Firma ihre Zusagen einlöst«, sagte Binnenmarktkommissar Thierry Breton. Der diese Woche verschärfte Export-Kontrollmechanismus sei das Instrument dafür.

Dem britisch-schwedischen Konzern wird vorgeworfen, Liefervereinbarungen mit der EU nicht zu erfüllen. Das Unternehmen hat wegen Produktionsverzögerungen seine Lieferungen drastisch reduziert.

AstraZeneca habe der EU für das erste Quartal 120 Millionen Dosen Corona-Impfstoff zugesagt, sagte Breton. Doch erhalte die EU nur 30 Millionen Dosen. »Wir sind jetzt in Diskussionen mit der Firma, um zu verstehen, was passiert ist«, fügte der Kommissar hinzu. Die Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna dagegen hätten ihre Zusagen an die EU sogar übererfüllt.

AstraZeneca-Werk in Leiden eröffnet

Hoffnung, dass die Engpässe beim AstraZeneca-Impfstoff rasch beseitigt werden könnten, macht eine Produktionsstätte im niederländischen Leiden. Neben dem Biontech-Werk in Marburg hat die europäische Arzneimittelbehörde am Freitag auch für sie eine Zulassung erteilt (mehr dazu hier).

Die EU-Kommission hatte die Exportkontrollen am 1. Februar eingeführt und diese Woche mit dem Ziel verschärft, dass die EU von den Herstellern fair beliefert werde. Damit sind Exportverbote möglich. Aus Furcht vor Gegenmaßnahmen sollen diese aber nur im Notfall verhängt werden.

bah/dpa/Reuters
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