Atom-Comeback Deutsche wollen Kernkraftwerke in Großbritannien bauen

In Deutschland dürfen sie nicht, in Großbritannien schon: Die Energiekonzerne E.on und RWE beteiligen sich an einer Ausschreibung zum Bau neuer Kernkraftwerke. Laut "Handelsblatt" haben die Unternehmen ein gemeinsames Gebot abgegeben.


Düsseldorf - Die deutschen Energiekonzerne E.on Chart zeigen und RWE Chart zeigen haben nach Informationen des "Handelsblatts" gemeinsam erste Angebote für drei Kernkraftwerksstandorte in Großbritannien abgegeben. Die britische Atombehörde NDA habe die mit Spannung erwartete Versteigerung der Grundstücke, auf denen die Käufer neue Anlagen errichten dürfen, vor einigen Tagen im Internet gestartet, heißt es in dem Bericht.

RWE-Atomkraftwerk Biblis (in Hessen): Zur Vertraulichkeit verpflichtet
DPA

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In Branchenkreisen werde mit einem lebhaften Wettbewerb gerechnet. Die Auktion könne sich deshalb noch Wochen hinziehen.

Die Teilnehmer seien zur Vertraulichkeit verpflichtet. Sprecher von E.on und RWE hätten deshalb auf Anfrage einen Kommentar abgelehnt. In Unternehmenskreisen werde aber bestätigt, dass man sich an der Auktion beteilige und für alle drei Standorte biete.

Die beiden deutschen Konzerne hatten dem Bericht zufolge vor wenigen Wochen überraschend eine Allianz für den Neubau britischer Kernkraftwerke geschlossen. Sie wollten so die Chancen, überhaupt zum Zuge zu kommen, erhöhen und die Risiken der Investition teilen.

Sollten E.on und RWE bei der Auktion den Zuschlag für ein, zwei oder sogar drei Standorte erhalten, kämen noch Milliardenkosten für den Bau der Reaktoren hinzu. In Deutschland ist den Unternehmen der Neubau von Kernkraftwerken gesetzlich verboten.

wal/dpa-AFX

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