Atomstreit mit Iran Ölpreis klettert auf Rekordhoch

Der Höhenflug des Ölpreises ist angesichts der Furcht vor Versorgungsengpässen und den Spannungen mit Iran ungebrochen. Am Morgen kostete das Barrel so viel wie nie zuvor.


Ölfässer: Preis klettert auf 62 Dollar
DPA

Ölfässer: Preis klettert auf 62 Dollar

Singapur - Am Vormittag kostete ein Barrel 62,76 Dollar und damit 45 Cent mehr als am Freitag zum Handelsschluss in New York. Seit dem 20. Juli ist der Wert damit um über 6,60 Dollar gestiegen. In der vergangenen Woche war der Ölpreis bis auf 62,50 Dollar geklettert.

"Mit Iran rückt allmählich ein weiterer Krisenunsicherheitsfaktor in das Blickfeld", sagte Rohstoffexpertin Melanie Fischinger bei der Commerzbank. Bisher sei die Lage in dem Land weitgehend ignoriert worden. Der iranische Außenminister Kamal Charrasi hatte gestern angekündigt, dass die Arbeit in der Atomanlage von Isfahan heute wieder aufgenommen werden soll. Westliche Regierungen fürchten, dass Iran an einer Atombombe arbeitet.

Auch das kräftige Wachstum der US-Wirtschaft treibe den Ölpreis weiter in die Höhe, sagte Fischinger. "Die Gefahr besteht, dass der Ölpreis noch weiter anzieht auch wenn die fundamentale Versorgungslage dies derzeit eigentlich nicht rechtfertigt", sagte die Expertin. Derzeit gebe es einfach "zu viele Unwägbarkeiten". Von einer akuten Knappheit an den Ölmärkten könne hingegen nicht gesprochen werden.



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