Attacke auf Getränkehändler Coca-Cola startet eigene Dosenrücknahme

Coca-Cola Deutschland geht auf Konfrontation mit den Getränkegroßhändlern: Der US-Softdrink-Produzent bietet jetzt Kiosken und Gaststätten ein eigenes Rücknahmesystem für Dosen und andere Einwegverpackungen an.


Hamburg - Unmittelbar vor Inkrafttreten eines bundesweit einheitlichen Rücknahmesystems für Einweg-Getränkepackungen drängt plötzlich der weltgrößte Getränkehersteller in diesen Geschäftsbereich. Mit Hilfe seiner Konzessionäre bietet Coca-Cola lokalen Kunden wie Gaststätten, Feinkostläden und Kiosken jetzt an, auch Einwegverpackungen zurückzunehmen, inklusive Konkurrenzware. Der Service soll nichts kosten, berichtet die "Financial Times Deutschland". Bisher hatte der US-Konzern lediglich Mehrweg-Leergut von seinen Kunden zurückgenommen

Coca-Cola-Verpackungen: "Unsere LKWs fahren die Filialen ohnehin an"

Coca-Cola-Verpackungen: "Unsere LKWs fahren die Filialen ohnehin an"

"Unsere LKW fahren die Filialen ohnehin an", erklärte ein Sprecher dem Blatt. Von dem Vorstoß erhoffe sich der Konzern eine bessere Wettbewerbssituation. Das Geschäft mit den lokalen Partnern macht ein Viertel des jährlichen Absatzes von Coca-Cola in Deutschland aus und beträgt insgesamt rund 3,3 Milliarden Liter. "Die Chance steigt, bei den lokalen Kunden diese nun pfandpflichtigen Einweggetränke zu platzieren." Allerdings geht Coca-Cola damit auch auf Konfrontation zum eigenen Kundenkreis - den Getränkefachgroßhändlern in Deutschland. Coca-Cola werde jetzt zum "direkten Wettbewerber" heißt es aus dem Branchenverband GFGH.

Ab 1. Mai wird die Pfanderhebung auf Einweg-Getränkeverpackungen erweitert, außerdem soll ein einheitliches Rücknahmesystem gestartet werden. Bisher unterlagen nur Einweg-Getränkeverpackungen für Bier und kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke der Pfandpflicht, künftig fallen darunter auch kohlensäurefreie Erfrischungsgetränke und Alcopops.

ase



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