AUB-Affäre Anklage gegen Ex-Siemens-Manager Feldmayer

In der Siemens-Affäre muss sich nun erstmals ein Ex-Manager vor Gericht verantworten. Wegen mutmaßlicher verdeckter Zahlungen an die Gewerkschaft AUB hat die Staatsanwaltschaft Nürnberg Anklage gegen Johannes Feldmayer und Ex-AUB-Chef Schelsky erhoben

Nürnberg - Untreue, Steuerhinterziehung und Verstöße gegen das Betriebsverfassungsgesetz - so lauten die Vorwürfe gegen Ex-AUB-Chef Wilhelm Schelsky. Das sagte die Kanzlei seines Verteidigers Jürgen Lubojanski vom Mittwoch. Johannes Feldmayer werfe die Justiz Untreue vor, so die Anwälte.

Justizsprecher Andreas Quentin wollte die Anklageerhebung am Mittwoch zunächst weder bestätigen noch dementieren. Mit Rücksicht auf die Zustellungs- und Erklärungsfrist will sich die Justiz erst in der kommenden Woche zu der Affäre äußern.

Feldmayer wird verdächtigt, Schelsky über einen Beratervertrag Millionenzahlungen gewährt zu haben. Nach Ansicht der Nürnberger Staatsanwaltschaft war das Geld für den Aufbau der Siemens wohlgesonnenen Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) bestimmt, die als Gegengewicht zur IG Metall fungieren sollte.

Schelsky sitzt seit Februar 2007 wegen des Verdachts der Untreue in Untersuchungshaft. Der damalige Siemens-Zentralvorstand Feldmayer wurde im März des vergangenen Jahres ebenfalls festgenommen, befindet sich aber wieder auf freiem Fuß. Zunächst haben die beiden Beschuldigten sechs Wochen Zeit, sich zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft zu äußern. Dann muss das Landgericht entscheiden, ob es die Anklage zur Hauptverhandlung zulässt und einen Termin für einen Prozess festlegen.

Wegen Korruptionsvorwürfen muss sich Siemens auch in Griechenland verantworten. Die Staatsanwaltschaft Athen erhob am Dienstag Anklage gegen den deutschen Konzern. Sie wirft Siemens Bestechung und Geldwäsche im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Sicherheitssystemen für die Olympischen Spiele 2004 und auch wegen Geschäften mit der griechischen Telefongesellschaft OTE vor. Die griechische Justiz ermittelt in dem Fall bereits seit rund zwei Jahren.

ase/AP/dpa

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