Audi/Volkswagen Wer wackelt, wer aufsteigt, wer bleibt

Nach dem Machtwechsel in Wolfsburg schießen die Spekulationen ins Kraut: Wer wird neuer Audi-Lenker? Was wird aus VW-Markenchef Wolfgang Bernhard? Müssen ehemalige Pischetsrieder-Vertraute gehen?

Von Karsten Langer


Hamburg - Mit der Ernennung des bisherigen Audi-Chefs Martin Winterkorn zum Volkswagen-Konzernchef hat sich das Machtgefüge in Wolfsburg verschoben. Mitstreiter von Bernd Pischetsrieder müssen um ihren Posten fürchten, Vertraute von Winterkorn oder des Chefkontrolleurs Ferdinand Piëch dagegen könnten in der Hierarchie aufsteigen.

Über Jahre war der Audi-Erfolg fest mit Winterkorn verknüpft. Bisher ist nicht klar, wer Winterkorns Nachfolger wird. Sicher ist nur, dass der neue Audi-Lenker der Strategie von Winterkorn folgen und die Rückendeckung von VW-Aufsichtsratschef Piëch haben muss.

Weder Audi Chart zeigen noch Volkswagen Chart zeigen haben sich bisher zur Nachfolge Winterkorns in Ingolstadt geäußert. In Aufsichtsratskreisen hieß es, es sei noch keine Entscheidung getroffen worden. Dies werde wohl auch erst nach dem 17. November passieren.

Nach Informationen von manager-magazin.de hat Audi-Produktionsvorstand Jochem Heizmann allerdings die besten Chancen, Winterkorns Nachfolge bei Audi anzutreten. Zwar gehört er nicht zum engsten Vertrautenkreis Winterkorns, aber als Kenner der Produktionsabläufe könnte er an die technisch orientierte Strategie Winterkorns nahtlos anknüpfen.

Auch Audi-Finanzchef Rupert Stadler gilt als potenzieller Winterkorn-Nachfolger. Stadler hat in seinem Bereich maßgeblich zum Audi-Erfolg beigetragen. Außerdem genießt Stadler das Vertrauen Piëchs.

Wie in Ingolstadt ist auch in Wolfsburg nicht klar, welcher Vorstand mit Beginn der Ära Winterkorn seinen Posten behält. Am schwersten ist die Situation für VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard. Der als dominant geltende Manager wird sich nur widerwillig seinem neuen Chef unterordnen, vor allem, weil er dem Vernehmen nach selbst gehofft hatte, irgendwann die Nachfolge von Pischetsrieder antreten zu können. Dem hat er bisher loyal zu Seite gestanden - auch das ist nicht eben ein Pluspunkt, wenn Piëch-Mann Winterkorn das Ruder übernimmt.

Die Rückkehr Bernhards zu DaimlerChrysler ist nach Informationen von manager-magazin.de nicht im Gespräch. Trotz guter Kontakte zu DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche legt man in Stuttgart gegenwärtig keinen gesteigerten Wert auf Bernhards Fähigkeiten. Bei DaimlerChrysler heißt es: Es haben nie Gespräche stattgefunden, sie werden auch nicht geführt, ein Wechsel sei zurzeit nicht denkbar.

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