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Auf den Spuren der Nazis

aus DER SPIEGEL 17/1977

»Warum soll man das Rad noch einmal erfinden«, überlegte sich der US-Historiker Arnold Krammer und suchte gemeinsam mit dem Chemie-Professor Richard Wainerdi überall in den USA nach einem längst vergessenen Beutegut der US-Army aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Nazis, erinnerten sich die Wissenschaftler, haften gegen Ende des Krieges kaum Öl importieren können. Sie stillten ihren Treibstoff-Bedarf mittels Kohleverflüssigung. Das Nazi-Know-how, gepaart mit den riesigen amerikanischen Kohlevorräten, werde den Weg zur Unabhängigkeit vom Opec-Öl weisen, meinten die Professoren. Die Unterlagen, in denen die Kohle-Benzin-Technik genau beschrieben ist, wurden von der US-Army nach Kriegsende beschlagnahmt. In 18 Monaten trugen die Forscher rund 300 000 einschlägige Dokumente zusammen die jetzt mit Hilfe eines Computers katalogisiert und dann ausgewertet werden sollen. Diese Fleißarbeit, so meinen zumindest die in aller Welt renommierten Kohle-Aufbereitungsexperten der Frankfurter Lurgi-Gesellschaften, wird nichts bringen: »Das Verfahren von damals ist heute so unmodem, daß es niemandem mehr nützen kann.

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