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KONJUNKTUR Aufschwung à la Keynes

aus DER SPIEGEL 7/1999

Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine (SPD) wirbt bei seinen europäischen Kollegen dafür, die labile Konjunkturlage bei Bedarf auch mit milliardenschweren öffentlichen Ausgabenprogrammen zu stabilisieren. Das geht aus einem fünfseitigen Konzeptpapier hervor, das Lafontaine am vergangenen Montag in Brüssel präsentierte. Die Wirtschaft im Euroland leide derzeit unter einem »Nachfrageschock«, der durch die Krisen in Asien, Rußland und Brasilien ausgelöst worden sei, argumentiert Lafontaine darin. Zur Bekämpfung dieses Schocks sei zwar die Geldpolitik das richtige Instrument. »Wenn dieses jedoch nicht zum Einsatz kommt, können auch fiskalische Maßnahmen nicht ausgeschlossen werden«, heißt es in dem Papier. Auf deutsch: Kreditfinanzierte Ausgabenprogramme seien erforderlich, »weil die Option, nichts zu tun, extrem teuer werden kann«. Lafontaine versucht zudem, Sorgen zu zerstreuen, die neuen Staatsschulden könnten die Zinsen steigen lassen und so den Aufschwung gefährden: »Weder theoretisch noch empirisch läßt sich ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Langfristzinsen und Staatsdefiziten nachweisen.«

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