Aufsichtsratsbezüge Deutsche Bank erhöht Vergütung ihrer Kontrolleure

Die geplante Anhebung der Aufsichtsratsbezahlung bei der Deutschen Bank ist nur ein erster Schritt. Clemens Börsig, Chef des Gremiums, kündigte eine weitere Aufstockung an. Die schrittweise Erhöhung würden die Menschen besser verstehen als einen "Quantensprung".

Hamburg - Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Clemens Börsig sieht in der angekündigten Erhöhung der Aufsichtsratsvergütung nur den Anfang einer Entwicklung hin zu höheren Aufsichtsratsbezügen. "Dieses schrittweise Vorgehen ist besser als ein Quantensprung. Den würden die Menschen nicht verstehen", sagte Börsig der "Welt am Sonntag" (WamS).

Eine höhere Vergütung sei im Wettbewerb um die besten Köpfe unerlässlich, betonte er. Dies gelte besonders für Ausschussmitglieder. "Hier stehen die Bezüge in keinem entsprechenden Verhältnis mehr zum Aufwand."

Die Deutsche Bank  will die Bezüge des Aufsichtsrates rückwirkend zum 1. Januar erhöhen. Wie aus der Einladung zur Hauptversammlung am 24. Mai hervorgeht, sollen die Aktionäre rückwirkend zum 1. Januar eine Verdopplung der festen Vergütung für die Aufsichtsräte auf 60.000 Euro jährlich genehmigen. Die Bank begründet das mit deutlich gestiegenen Anforderungen.

Zugleich soll jedoch die erfolgsabhängige Vergütung reduziert werden, die sich bislang ausschließlich an der Dividendenentwicklung orientiert hatte.

Börsig selbst wird laut "WamS" nach der neuen Regelung wegen einer geplanten Deckelung der Beträge nur geringfügig mehr erhalten. Sollte die vorgesehene Obergrenze jedoch irgendwann gestrichen werden, würde der Vorsitzende des Aufsichtsrats neun Mal so viel erhalten wie ein gewöhnliches Mitglied, sagte Börsig. "Im vergangenen Jahr wären das 1,1 Millionen Euro gewesen." Mit einem Betrag in dieser Größenordnung könne dann auch ein pensionierter Topmanager aus dem Ausland für das Gremium gewonnen werden.

Börsig, ehemaliger Finanzvorstand der Bank, hatte bei seinem Wechsel an die Aufsichtsratsspitze im vergangenen Jahr seinen bis 2010 laufenden Vorstandsvertrag voll ausgezahlt bekommen und 17,6 Millionen Euro erhalten. "Da schien es mir nicht angebracht, selbst Nutznießer dieser Erhöhung zu sein", sagte Börsig. Grundsätzlich müsse aber auch für den Vorsitzenden des Kontrollgremiums der finanzielle Anreiz erhöht werden.

kaz/ddp/Reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.