Auftragseingänge Abschwung im Maschinenbau wird langsamer

Die globale Absatzkrise trifft den deutschen Maschinenbau hart, im März gab es 35 Prozent weniger Aufträge - allerdings ist die Talfahrt langsamer geworden. Die Bundesregierung verbreitet für 2010 schon wieder Optimismus.

Frankfurt am Main - Hoffnungsschimmer in einer deutschen Schlüsselbranche: Die Talfahrt im Maschinen- und Anlagenbau hat sich im März leicht abgeschwächt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sanken die Auftragseingänge um real 35 Prozent, wie der Branchenverband VDMA mitteilte. Dies ist zwar immer noch ein herber Rückgang - allerdings nicht mehr ganz so dramatisch wie im Februar. Damals waren die Bestellungen um 49 Prozent eingebrochen.

Auch die Bundesregierung gibt sich zuversichtlicher. Sie stellt am Mittwochmittag ihre aktuelle Konjunkturprognose vor. Laut Presseberichten erwartet sie für dieses Jahr zwar einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um sechs Prozent. Für das kommende Jahr ist die Große Koalition aber schon wieder optimistisch: 2010 soll die Wirtschaft um 0,5 Prozent wachsen.

Im März verzeichnete der Maschinenbau vor allem im Inland einen Auftragsrückgang. Hier betrug das Minus 41 Prozent. Aus dem Ausland kamen 32 Prozent weniger Bestellungen. Es ist das erste Mal seit Dezember 2008, dass die Auslandsnachfrage nicht mehr ganz so stark sinkt.

"Ein Grund zur Entwarnung ist das allerdings nicht", stellte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers klar. Ein einzelner Monat mit kräftigen Ausschlägen sei "viel zu fragil für eine Trendaussage". Zudem dürften die Osterfeiertage, die im Vorjahr auf den März fielen, das Ergebnis verzerren.

Im gesamten ersten Quartal standen laut VDMA 42 Prozent weniger Bestellungen in den Büchern als im Vorjahreszeitraum. Aus dem Inland kamen dabei rund 39 Prozent weniger Aufträge, die Auslandsnachfrage sank um 43 Prozent.

Ab Mai hofft der Branchenband nun auf leichte Besserung. Der VDMA begründet seine Erwartungen im Wesentlichen mit den abgebauten Lagern, den rückläufigen Stornierungen und den anlaufenden Konjunkturprogrammen. Im Gesamtjahr sieht der Verband die Produktion um bis zu einem Fünftel zurückgehen.

Auch die Bundesregierung stellt an diesem Mittwoch neue Zahlen vor. Noch ist die Konjunkturprognose nicht offiziell, aber die Daten sind bereits durchgesickert: Insidern zufolge rechnet die Große Koalition im laufenden Jahr mit einem Konjunktureinbruch um sechs Prozent. Für 2009 ist sie damit ähnlich skeptisch wie die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute.

Anders sieht es allerdings bei der Prognose für 2010 aus. Hier erwartet die Regierung laut Presseberichten ein Wachstum von 0,5 Prozent. Dies melden die "Frankfurter Rundschau" und die "Süddeutsche Zeitung".

Das heißt: Die Große Koalition rechnet mit einer deutlich schnelleren Erholung der Wirtschaft als die meisten Experten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hält es zum Beispiel für unausweichlich, dass die Rezession auch 2010 anhält. Auch die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt 2010 erneut leicht sinken wird - vermutlich um 0,5 Prozent.

Offiziell wird Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) die Regierungsprognose am Mittwochmittag vorlegen. Sein Ministerium lehnte einen Kommentar zu den Presseberichten ab.

wal/AP/ddp/dpa

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.