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»Aufwand war nicht vertretbar«

In einem vertraulichen Prüfungsbericht des Hessischen Rechnungshofes (vom Mai 1977), der sich mit der »Haushalts- und Wirtschaftsführung der Hessischen Landesbank« (HLB) befaßt, werden besonders die hohen Ausgaben des ehemaligen HLB-Präsidenten Hankel gerügt. Auszug:
aus DER SPIEGEL 31/1977

Repräsentation

Die ... Repräsentationsaufwendungen waren im Geschäftsjahr 1973 im Vergleich zum Geschäftsjahr 1972 um 154 000 auf 618 000 Mark angestiegen. So wurden ... in die Geschenkreserve auch Veröffentlichungen des damaligen Präsidenten der Bank übernommen, deren Kosten sich in einem Fall (Autor: W. Hankel -- »Währungspolitik') auf 15 000 DM beliefen.

Im Geschäftsjahr 1973 wurden die Vorstandsetage und das Zimmer des Präsidenten umgebaut und teilweise neu ausgestattet. Hierbei wurden in größerem Umfang Gemälde, antike Möbel, Leuchter u. ä. angeschafft.

Es wurden erworben:

zwei Gemälde von E. Nolde, »Seerosen« und »Stilleben«,

für 315 000 DM ein Gemälde von K. Schmidt-Rottluff, »Haus an der

Bucht', für 140 000 DM ein Gemälde von C. Morgenstern (1811-1893), »Villafranca«, für 20 000 DM ein antiker Nußbaumschrank (1680) für 30 000 DM eine Barockkommode mit Wäsche. presse (17. Jahrhundert),

Sammlerstück »für 38 000 DM drei Kupferpfannen aus der Werkstatt des Claude Josef

Vouet (1712-1 789) für 32 000 DM ein Silberleuchter für 18 500 DM usw.

Schon angesichts der damals erkennbaren angespannten finanziellen Lage der HLB war dieser Aufwand nicht vertretbar. Dabei ist zusätzlich zu berücksichtigen, daß es sich bei (ler HLB um ein öffentlichrechtliches Kreditinstitut handelt, das in besonderem Maße die Grundsätze der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit zu beachten hat.

Besichtigungsreisen des Bauausschusses

Um Anregungen für die Durchführung des Neubaues Neue Mainzer Straße zu erlangen, haben der Bauausschuß und der beratende Architekt Besichtigungsreisen nach Stockholm, Brüssel, in die USA und nach Kanada unternommen. Diese Reisen sollten Eindrücke von der Innenarchitektur, der Gestaltung der Außenfassaden, der Gebäudeüberwachung und der Innenraumsicherung zeitgemäßer Bankgebäude vermitteln

An der USA-Kanada-Reise haben sechs Verwaltungsmitglieder, der Architekt und drei Herren von der HLB (ein Vorstandsmitglied, zwei Personalratsmitglieder) teilgenommen. Die Gesamtkosten der Reise betrugen ca. 70 000 DM.

An der Stockholm-Reise haben drei Verwaltungsratsmitglieder, der Architekt, ein Vorstandsmitglied und zwei Personalratsmitglieder teilgenommen. Die Gesamtkosten betrugen ca. 13 000 DM.

Anschaffungs- und Herstellungskosten des Grundstücks Siesmayerstraße

Der Verwaltungsrat beschloß in der Sitzung am 21. Juni 1972, zur Errichtung von Repräsentations- und Schulungsräumen der HLB sowie einer Wohnung für deren Präsidenten das Grundstück Siesmayerstraße 44/ Ecke Feldbergstraße 51-53 für 6,2 Millionen DM (zuzüglich rund eine Million DM Umbaukosten) von der Stadt Frankfurt am Main zu erwerben.

Die genehmigten Umbaukosten von einer Million DM reichten aber wegen zahlreicher Sonderwünsche des Präsidenten der HLB nicht aus. Der Vorstand bewilligte daraufhin folgende Kosten:

Bau- und Baunebenkosten

1 800 000 DM

Baukosten wegen Sonderwünsche von Prof. H. 130 000 Architektenhonorar des

Herrn Gouelle, Paris 71 200 Einrichtungshaus Döhler,

Berlin 1 150 000 Einbauten Schulungsräume 47 781 Insgesamt 3 198 981 Auf Veranlassung von Prof. H. wurden aufgrund mündlicher Vereinbarungen ein Architekt aus Paris mit dem Umbau und das Berliner Einrichtungshaus Döhler mit der Innenausstattung der Räume beauftragt. Im Gesamtaufwand der Firma Döhler von 1,15 Millionen DM sind allein 40 000 DM für Reise- und Auslösekosten der aus Berlin eingeflogenen Dekorateure und Handwerker enthalten.

Das Finanzamt Frankfurt ... hat ... 1973 den monatlichen Mietwert der Wohnung mit 4133 DM festgesetzt. Tatsächlich hat Prof. H. ... einen monatlichen Mietzins von 2000 DM gezahlt.

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