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AUTOINDUSTRIE Aus Alt mach Neu

aus DER SPIEGEL 43/2009

Auch die Hersteller von Autoersatzteilen werden durch die seit über einem Jahr schwelende Wirtschaftskrise zum Umdenken gezwungen. Statt den Kunden teure Neuware zu verkaufen, arbeiten die Firmen nun im großen Stil gebrauchte Komponenten auf. Schon 2008 bescherte das Recycling-Geschäft den Anbietern allein in Deutschland Einnahmen von rund einer Milliarde Euro. Weil die Deutschen sparsamer geworden sind, dürften die Umsätze mit den runderneuerten Teilen nach Schätzungen der Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers auch künftig kräftig wachsen - um jährlich rund fünf Prozent. Bislang hatten viele Autofahrer aus Sicherheitsgründen Bedenken, Secondhand-Teile in ihre Wagen einzubauen. Doch die Ängste sind nach Aussagen der Hersteller unberechtigt. Wie diese versichern, gelten für die Komponenten ähnliche Garantien wie für neue Produkte - obwohl sie im Schnitt bis zu 40 Prozent billiger sind. Allein der Marktführer Bosch verkaufte nach eigenen Angaben in Deutschland vergangenes Jahr rund 500 000 recycelte Teile, darunter etwa wiederaufgearbeitete Anlasser oder Lichtmaschinen. Mit ihrer Öko-Offensive wollen die Hersteller auch aufstrebende Konkurrenten aus Fernost ausbremsen, die die Produkte deutscher Premiumanbieter oft verblüffend detailgetreu nachbauen - zu deutlich geringeren Kosten.

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