Auslandsgeschäft Siemens plant Milliardeninvestition in China

Siemens setzt zum großen Sprung an: Der Technologiekonzern will seinen Umsatz in China massiv ausbauen. Damit wird der Anteil der Siemens-Mitarbeiter, die im Ausland beschäftigt sind, weiter steigen.


Handyproduktion im Siemens-Werk in Schanghai: Derzeit beschäftigt der Konzern 30.000 Mitarbeiter in China
AP

Handyproduktion im Siemens-Werk in Schanghai: Derzeit beschäftigt der Konzern 30.000 Mitarbeiter in China

Schanghai - "Wir rechnen uns gute Chancen aus, den Umsatz in den nächsten drei bis fünf Jahren zu verdoppeln", sagte Siemens-Chef Heinrich von Pierer am Montag in Schanghai, wo der Konzern sein hundertjähriges Engagement in China feiert. Wenn die Pläne verwirklicht werden, würde der Technologiekonzern schneller als der dortige Markt wachsen. Derzeit erwirtschaftet Siemens in China Erlöse in Höhe von rund vier Milliarden Euro.

Um das ehrgeizige Ziel einer Umsatzverdoppelung zu erreichen, will Siemens in den kommenden Jahren eine Milliarde Euro in dem asiatischen Land investieren. Vor allem die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sollen ausgebaut werden. Um künftig in allen Landesteilen präsent zu sein, plant Siemens, die Zahl seiner Niederlassungen in China von 28 auf rund 60 zu verdoppeln. Bei der geplanten Expansion will der Konzern verstärkt auf einheimische Mitarbeiter zurückgreifen. Gegenwärtig beschäftigt Siemens knapp 30.000 Mitarbeiter in China.

Bei deutschen Konzern-Mitarbeitern könnten die Pläne für neue Unruhe sorgen. Erst vor wenigen Wochen hatte der Betriebsrat die Befürchtung geäußert, Siemens wolle langfristig bis zu 74.000 der heute 170.000 Stellen aus Deutschland ins Ausland verlegen. Die Konzernführung hatte diese Größenordnung dementiert. Derzeit laufen in Deutschland konkrete Verhandlungen über den drohenden Verlust von rund 5000 Stellen, die Siemens ins Ausland verlagern möchte.

Von Pierer sagte in Schanghai, dass Siemens ungeachtet der Expansionspläne für China Arbeitsplätze in Deutschland erhalten wolle. Schon heute arbeiten 60 Prozent aller Mitarbeiter des Konzerns jenseits der deutschen Grenzen.



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