Nach über zehn Jahren EU und USA handeln wieder mit Muscheln

Im Handel zwischen den USA und der EU ist ein weiteres Hindernis aus dem Weg geräumt – wenn auch nur ein kleines: Aus bestimmten Regionen dürfen künftig wieder Muscheln über den Atlantik geliefert werden.
Französischer Fischer mit gefangenen Muscheln im Hafen von Granville: Vorerst dürfen nur Spanier und Niederländer in die USA liefern – aber weitere EU-Länder könnten hinzukommen

Französischer Fischer mit gefangenen Muscheln im Hafen von Granville: Vorerst dürfen nur Spanier und Niederländer in die USA liefern – aber weitere EU-Länder könnten hinzukommen

Foto: Nicolas Garriga / AP

Nach mehr als zehnjähriger Unterbrechung nehmen die EU und die USA wieder den Handel mit einer Reihe von Muschelsorten auf. In einem ersten Schritt werden Produzenten aus den US-Bundesstaaten Massachusetts und Washington rohe und lebende Muscheln in die Europäische Union exportieren dürfen. Die USA öffnen im Gegenzug ihren Markt für Ware aus Spanien und den Niederlanden, wie die EU-Kommission und die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai mitteilten.

Die Vereinbarung umfasst unter anderem Miesmuscheln, Venusmuscheln, Jakobsmuscheln und Austern. Der Handel mit diesen Meeresfrüchten zwischen der EU und den USA war 2011 wegen unterschiedlicher Lebensmittelregularien auf beiden Seiten des Atlantiks gestoppt worden.

Nach Überprüfungen vor Ort und jahrelangen Verhandlungen kamen die EU-Kommission und die US-Lebensmittelbehörde FDA dann zu dem Schluss, dass die Systeme für Lebensmittelsicherheit bei der Muschelzucht in Spanien, den Niederlanden, Massachusetts und Washington als gleichwertig angesehen werden können. Das erlaubt die gegenseitige Öffnung der Märkte. Der Kreis der EU-Staaten, die Muscheln in die USA exportieren dürfen, könnte künftig noch erweitert werden.

EU-Handelskommissar Valdis Dombrovskis begrüßte die Vereinbarung: Die »harte Arbeit« habe sich ausgezahlt. Grundsätzlich hätten die EU und die Regierung von US-Präsident Joe Biden seit einem Gipfel im vergangenen Juni in Handelsfragen viele Fortschritte erzielt, unter anderem im Streit um Subventionen für die Flugzeugbauer Boeing und Airbus und bei Zöllen auf Aluminium und Stahl.

Die US-Handelsbeauftragte Tai bezeichnete die Vereinbarung zu Muscheln als »positiven Schritt in den Handelsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der EU«. Bidens Vorgänger Donald Trump hatte mit der EU, aber auch mit Ländern wie China eine Reihe von Handelsstreitigkeiten losgetreten.

fdi/AFP
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