Australiens Einreisesperre Fehlende Backpacker und Obstpflücker gefährden Australiens Ernte

Geschlossene Grenzen, keine Erntehelfer: Australien fehlen rund 135.000 Backpacker auf den Farmen. Nun buhlt Australien um junge Neuseeländer – die Einzigen, die ins Land dürfen – und lockt sogar mit der »großen Liebe«.
Brokkoli-Ernte in Werribee, Australien

Brokkoli-Ernte in Werribee, Australien

Foto: Jason South / The AGE / Fairfax Media / Getty Images

Junge Backpacker aus aller Welt bewerben sich jedes Jahr für ein sogenanntes Working-Holiday-Visum für Australien – als Erntehelfer und Obstpflücker können sie sich so ihren Aufenthalt finanzieren. Gerade Europäer nutzten bisher das Angebot, ein Jahr in Down Under zu verbringen. Aber wegen der Corona-Pandemie sind die Grenzen des Landes geschlossen, die Landwirte leiden unter einem dramatischen Arbeitskräftemangel. Jetzt will die Regierung junge Neuseeländer anlocken, um beim »Fruit Picking« zu helfen.

Denn Menschen aus dem Nachbarland sind die einzigen, die seit Mitte Oktober wieder ins Land dürfen – und zwar quarantänefrei. Hintergrund: Neuseeland hat das Virus – ebenso wie Australien – dank strikter Maßnahmen unter Kontrolle und ist zu einer relativen Normalität zurückgekehrt.

135.000 Backpacker mit Work-and-Travel-Visum – normalerweise

Die Regierung in Canberra hat am Donnerstag eine Werbekampagne in sozialen Netzwerken gestartet. »Wir möchten, dass junge Neuseeländer herkommen, eine großartige Zeit haben und unser unglaubliches Land erkunden, dabei etwas Geld verdienen, dieses Geld ausgeben und gleichzeitig unsere Landwirte oder Tourismusunternehmen unterstützen«, sagte Handelsminister Simon Birmingham.

Normalerweise würden derzeit etwa 135.000 Backpacker mit einem Work-and-Travel-Visum durch das Land reisen und auf Plantagen und Feldern helfen, so Birmingham. Landwirte haben Angst, dass ihnen das Obst verfault, wenn nicht bald Arbeiter aus dem Ausland kommen. In der Coronakrise waren Zehntausende Backpacker in Australien aufgrund der Lockdowns gestrandet.

Vize-Ministerpräsident Michael McCormack stellte den jungen Neuseeländern neben der harten Arbeit auf Kirsch-, Blaubeer- und Mangofarmen auch privates Glück in Aussicht: »In der Landwirtschaft steht viel Arbeit an – aber wer weiß, vielleicht kommen sie ja auch her und finden die große Liebe.«

caw/dpa-AFX
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