Austrittswelle Mitgliederschwund kostet IG Metall Millionen Euro

Nach der blamablen Streikniederlage in Ostdeutschland laufen der IG Metall verstärkt die Mitglieder weg. Auch finanziell macht sich der Schwund deutlich bemerkbar - vorsichtshalber hat die Gewerkschaft schon mal die Beiträge erhöht.


Auch hier will die IG-Metall sparen: Zentrale in Frankfurt
DPA

Auch hier will die IG-Metall sparen: Zentrale in Frankfurt

Frankfurt am Main - Beim Gewerkschaftstag am Samstag bestätigte IG-Metall-Hauptkassierer Bertin Eichler, dass das Defizit der Gewerkschaft in diesem Jahr höher ausfallen wird als geplant. Die IG-Metall gehe nun von einer Neuverschuldung in Höhe von rund 8,4 Millionen Euro aus - das sind zwei Millionen mehr als bisher angenommen.

Die IG Metall finanziert sich zu 98 Prozent aus den Beiträgen ihrer Mitglieder - und deren Zahl schrumpft besonders seit dem Streitdebakel Ende Juni beträchtlich. Derzeit hat die IG Metall noch rund 2,55 Millionen Mitglieder, doch Eichler bestätigte, dass die Gewerkschaft seit dem verlorenen Streik in Ostdeutschland "verstärkt Austritte zu verzeichnen" habe.

Die Einnahmen werden 2003 nach Berechnungen des Vorstands um nahezu sieben Millionen auf nur noch 440 Millionen Euro zurückgehen. Hätte die IG Metall nicht jüngst die Beiträge erhöht, wären es sogar nur 406 Millionen gewesen.

Hauptkassierer Eichler verwies darauf, dass der Vorstand schon Budgetkürzungen in Höhe von zehn Prozent beschlossen habe, die sowohl die Hauptverwaltung selbst als auch die Bezirksleitungen betreffen sollen. Die IG Metall sei aber trotz der höheren Neuverschuldung eine "finanziell solide Organisation", sagte Eichler.

Die IG Metall hat - wie viele andere Gewerkschaften - bereits seit längerer Zeit mit einer Austrittswelle zu kämpfen. Eichler kündigte an, dass die Gewerkschaft sich künftig wieder mehr um die Werbung neuer Mitglieder kümmern will.



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