Ausufernde Sozialabgaben DGB lehnt höheres Renteneintrittsalter kategorisch ab

Um den Anstieg der Sozialabgaben zu begrenzen, fordern Arbeitgeber ein höheres Renteneintrittsalter. Der DGB widerspricht vehement.
Älterer Arbeitnehmer: DGB plädiert für hohe Erwerbsbeteiligung der Bevölkerung

Älterer Arbeitnehmer: DGB plädiert für hohe Erwerbsbeteiligung der Bevölkerung

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die jüngsten Vorschläge von Arbeitgebern zur Entlastung von Betrieben bei den Sozialabgaben zurückgewiesen. "Ein höheres Renteneintrittsalter ist völlig inakzeptabel. Das wäre de facto eine Rentenkürzung für die Menschen, die einer stark belastenden Tätigkeit nachgehen. Denn wer härter arbeitet, stirbt früher", sagte DGB-Vorstand Anja Piel der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Viel nachhaltiger sei es, "weiterhin für eine hohe Erwerbsbeteiligung der Bevölkerung, insbesondere der Frauen, Migranten und Migrantinnen zu sorgen."

Eine von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) eingesetzte Kommission zur Zukunft der Sozialversicherung hatte zuvor empfohlen, dass Bürger länger arbeiten sollten, um den Anstieg der Sozialabgaben für Betriebe und Arbeitnehmer zu begrenzen. Nur mit konsequenten Reformen könne erreicht werden, dass die Beitragsbelastung dauerhaft unter 40 Prozent bleibe, heißt es in einem am Donnerstag vorgestellten Bericht.

Konkret empfiehlt die Kommission, dass die Regelaltersgrenze für den Renteneinstieg ab 2031 weiter heraufgesetzt wird. Sie soll automatisch an die seit Jahren steigende Lebenserwartung gekoppelt werden: Steigt die Lebenserwartung um ein Jahr, sollen die Menschen ein Dreivierteljahr länger arbeiten. Wer vorzeitig in Rente geht, soll höhere Abschläge in Kauf nehmen müssen als bisher - wer freiwillig länger arbeitet höhere Zuschläge bekommen.

Wirtschaftsverbände warnen seit Langem vor steigenden Sozialabgaben. Aktuell summieren sich Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung auf rund 40 Prozent des Bruttolohns. Sie werden je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen.

mik/dpa-AFX
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