Autobauer Volkswagen forciert Sparprogramm

Mit seinem laufenden Sparprogramm ForMotion hat Volkswagen die Kosten bereits um Milliarden gesenkt. Das reicht aber noch nicht. Konzernchef Bernd Pischetsrieder kündigt neue Sparrunden bei Europas größtem Autobauer an.


VW-Auslieferung in Wolfsburg: Neue Ergebnisverbesserungsmaßnahmen sind nötig
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VW-Auslieferung in Wolfsburg: Neue Ergebnisverbesserungsmaßnahmen sind nötig

Frankfurt am Main/Düsseldorf - Bis zum Jahr 2008 könnten nochmals Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung in Höhe von mehr als vier Milliarden Euro nötig sein, sagte Pischetsrieder der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Europas größter Automobilkonzern leidet unter einer anhaltend schlechten Ertragslage, dem schwachen Dollar und hohen Rohstoffpreisen.

Der Volkswagen-Chef erklärte zudem, das laufende Sparprogramm ForMotion fortzusetzen, mit dem bereits bis Ende dieses Jahres 3,1 Milliarden Euro eingespart werden sollen. Pischetsrieder will allein 2006 mehr als eine Milliarde Euro Personalkosten einsparen; eine weitere Milliarde Euro soll bei den Materialkosten wegfallen.

Auf die Frage, wann die Kernmarke VW wieder aus der Verlustzone komme, sagte Pischetsrieder: "Das schaffen wir in diesem Jahr." Die ursprünglich angestrebte Kapitalrendite von neun Prozent im Jahr 2006 halte er jedoch für unrealistisch.

Um die Auslastung im Stammwerk Wolfsburg zu verbessern, will Pischetsrieder dort ein neues Auto bauen lassen. Nach seinen Vorstellungen könnte der geplante Kompakt-Geländewagen von den Mitarbeitern gefertigt werden, die für den kostengünstigeren "5000 mal 5000"-Tarif bei Volkswagen beschäftigt sind.

Zuvor hatte schon die Branchenzeitung "Automobilwoche" von weiteren Sparmaßnahmen bei VW berichtet. Insbesondere die Herstellungskosten des wichtigen Modells Golf sollten rasch sinken. VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard habe deshalb mehrere hundert Experten zu einer "Kostenklausur Golf V" nach Wolfsburg geladen.

VW made in India

Gleichzeitig will Volkswagen in den vielversprechenden indischen Automarkt einsteigen. Schon im kommenden Jahr sollen in Indien die ersten Autos der Marke VW vom Band rollen.

Von dem Wolfsburger Konzern lägen "bereits konkrete Lieferanfragen vor", erfuhr das "Handelsblatt" aus Zuliefererkreisen. Als wahrscheinlich gilt, dass eine Variante des in Brasilien entwickelten Kleinwagens Fox in Indien gebaut werden soll.

Der indische Automarkt wächst am stärksten im unteren Preissegment um die 3000 Euro. Ein Konzernsprecher wollte den Zeitplan auf Anfrage zwar nicht bestätigen. Aus Unternehmenskreisen hieß es aber, VW-Chef Pischetsrieder werde die Entscheidung über das Auto, mit dem VW in Indien startet, in den kommenden Wochen bekanntgeben. Gleiches gelte für den Standort, an dem der Wagen produziert werden soll.



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