Autoflaute weltweit Wie Toyota und Co. in die Krise steuern

Kurzarbeit und Entlassungen: Nicht nur die US-Autobauer kämpfen gegen die Krise, die ganze Branche fürchtet die Folgen der Rezession. Auch bisher robuste Konzerne wie Toyota, Peugeot oder Renault leiden unter der Autoflaute - ein Überblick zeigt, welche Unternehmen es wie schwer erwischt hat.


General Motors, Chrysler und Ford Chart zeigen verlangen nach Milliardenhilfe des US-Kongresses. Daimler Chart zeigen, Volkswagen Chart zeigen und BMW Chart zeigen spüren die Folgen der Rezession. Doch nicht nur die amerikanischen und deutschen Hersteller leiden - die gesamte Branche merkt den Abschwung.

Toyota Tundra bei der Chicago Auto Show: "Unmöglich zu sagen, wann die Erholung einsetzen wird"
REUTERS

Toyota Tundra bei der Chicago Auto Show: "Unmöglich zu sagen, wann die Erholung einsetzen wird"

Die Autohersteller verkaufen in den USA und auch in Deutschland immer weniger Autos: Der Absatz von Renault ist im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat um 14,1 Prozent eingebrochen. PSA Peugeot Citroën prognostiziert für das vierte Quartal ein Minus von 17 Prozent in den wichtigsten europäischen Märkten. Toyota verkaufte im heimischen Japan im November ohne die Marke Lexus 27,7 Prozent weniger Autos als im Vorjahresmonat.

Durch geringe Absätze müssen die Konzerne auch weniger neue Fahrzeuge produzieren. Die Folgen: Autobauer schalten auf Einschichtbetrieb um, stoppen die Produktion vorübergehend, schicken ihre Mitarbeiter in längere Weihnachtsferien - oder bauen gleich einen Teil der Arbeitsplätze ab. So streicht PSA Peugeot Citroën 3550 seiner Jobs in Frankreich.

"Unmöglich zu sagen, wann eine Erholung einsetzen wird"

Mancher Konzern bleibt im zweiten Halbjahr nur noch knapp in den schwarzen Zahlen. Nach eigener Prognose hat sich die Gewinnmarge bei Renault auf 2,5 Prozent und bei PSA Peugeot Citroën auf 1,3 Prozent verringert. Toyota hat seine Gewinnprognose auf 4,3 Milliarden Euro reduziert. Dabei hatten die Japaner 2007 noch einen Gewinn von 14 Milliarden Euro eingefahren.

Die Lage ist düster - dabei fürchten sich die Autobauer noch mehr vor dem nächsten Jahr. Sie bangen, dass die Verkaufszahlen sich weiter reduzieren, dass das Interesse an den neusten Automobilen weiter sinkt, wenn die Menschen weniger konsumieren.

Wie die Situation sich entwickelt, wann alles besser werden kann, wagt keiner zu prognostizieren. "In diesem Umfeld ist es unmöglich zu sagen, wann eine Erholung einsetzen wird", sagt Toyotas Vizepräsident Mitsuo Kinoshita über den US-Automarkt. Für Christian Streiff, Konzernchef von PSA Peugeot Citroën befindet sich seine Branche in einer Situation, die noch nie zuvor da war. Renault-Konzernchef Carlos Ghosn hält das kommende Jahr für eines der schwierigsten der vergangenen 50 Jahre - nicht nur für die Autoindustrie, sondern für die gesamte Wirtschaft.

Wie schlimm steht es um die europäischen und asiatischen Autobauer? Toyota, PSA Peugeot Citroën, Renault und Fiat steuern gegen die Krise. SPIEGEL ONLINE stellt die wirtschaftliche Lage der Firmen vor.

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