Autoindustrie VW will Werk in Russland bauen

Volkswagen zieht es gen Osten. Der Konzern plant eine neue Fabrik in Russland. Südlich von Moskau sollen dann jährlich 250.000 Autos vom Band laufen. Die Zustimmung des Aufsichtsrates gilt als sicher.


Volkswagen-Fabrik: Die Wolfsburger wollen schon dieses Jahr ein Werk in Russland aufbauen
DDP

Volkswagen-Fabrik: Die Wolfsburger wollen schon dieses Jahr ein Werk in Russland aufbauen

Detroit - Die Fabrik soll in Stupino südlich von Moskau entstehen, wie Konzernchef Bernd Pischetsrieder am Sonntag auf der Automesse in Detroit mitteilte. Vorher sei aber noch die Zustimmung des Aufsichtsrats nötig. Die Zustimmung gilt jedoch als sicher. Baubeginn könne noch im laufenden Jahr sein.

Das Werk soll zunächst eine Montagefabrik sein, also vorgefertigte Teilesätze zu ganzen Autos zusammenbauen. "Es muss in fünf Jahren ein vollwertiges Werk daraus werden", kündigte der Konzernchef an. VW will den Marktanteil in Russland von jetzt zwei bis drei Prozent mit dem neuen Werk auf zehn Prozent steigern. Als erstes Modell soll der Kompaktwagen Skoda Octavia montiert werden. Später will Pischetsrieder dort auch eine europäische Version des Kleinwagens Gol bauen, den der Konzern seit Jahren in Brasilien baut und verkauft.

Die Verhandlungen zwischen VW und den russischen Stellen waren lange Zeit wegen strenger gesetzlicher Bestimmungen in Russland nicht vorangekommen. Ein Werksbau hätte sich nach den Worten Pischetsrieders nicht gelohnt.

Seit einem halben Jahr aber gelte in Russland eine andere gesetzliche Lage. Damit hätten sich auch die Voraussetzungen für den Bau eines Werks geändert.

Russland hatte im Sommer angekündigt, mit Zollerleichterungen und Anlaufvorteilen für den Aufbau einer Montage den Automobilmarkt verstärkt für ausländische Produzenten zu öffnen. Der stellvertretende russische Wirtschaftsminister Andrej Scharonow hatte im Juli gesagt, die Nachfrage nach Autos in Russland werde sich von derzeit jährlich einer Million binnen fünf Jahren mindestens verdoppeln.



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