Autokonzern Daimler-Aufsichtsrat stimmt Verkauf von Chrysler zu

DaimlerChrysler kommt mit dem Verkauf seiner US-Tochter gut voran. Heute hat der Aufsichtsrat des Konzerns dem Deal zugestimmt. Damit dürfte der milliardenschweren Transaktion im dritten Quartal 2007 nichts mehr im Wege stehen.


Stuttgart - Der Aufsichtsrat von DaimlerChrysler Chart zeigen hat sich heute erwartungsgemäß hinter die Pläne zum Verkauf der verlustträchtigen US-Tochter Chrysler gestellt. Das Konzept des Vorstands für die Chrysler Group und die Neuausrichtung bei Daimler sei auf der heutigen Sitzung des Kontrollgremiums gebilligt worden, teilte der Stuttgarter Automobilkonzern mit.

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, die schon im Herbst auf eine zukunftsfähige und arbeitsplatzsichernde Lösung für die bereits einmal vergeblich sanierte US-Tochter drängten, hatten im Vorfeld ihre Zustimmung signalisiert. Chrysler rechnet im laufenden Jahr mit einem Verlust von 1,6 Milliarden Euro und befindet sich mitten in einer zweiten Restrukturierungsrunde, die den Abbau von 13.000 Arbeitsplätzen vorsieht.

Der Vorstand hatte am Montag angekündigt, 80,1 Prozent an dem Autobauer und dessen Finanzdienstleistungssparte an den US-Finanzinvestor Cerberus abzugeben. Der Kaufpreis betrage 5,5 Milliarden Euro, wovon 4,5 Milliarden Chrysler zufließen und eine Milliarde Daimler. Die Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat hatten umgehend ihre einhellige Zustimmung zu dem Verkauf signalisiert.

Unter dem Strich macht der Automobilhersteller allerdings einen Barverlust von 500 Millionen Euro bei dem Deal, weil Chrysler im dritten Quartal schuldenfrei übergeben werden muss. Wahrscheinlich sind außerdem Abschreibungen auf den Firmenwert von Chrysler, die aktuell mit 1,8 Milliarden Dollar in den Büchern steht. Zusammen mit den Kosten für den Deal rechnet DaimlerChrysler mit einer Belastung des Nettogewinns von drei bis vier Milliarden Euro im laufenden Jahr.

Nach dem Abschluss des Verkaufs will sich der Konzern wieder in Daimler AG umbenennen und sich auf das bestehende Geschäft mit den Sparten Mercedes Car Group, Truck Group und Finanzdienstleistungen sowie auf die Transporter- und Busaktivitäten konzentrieren.

kaz/Reuters/Dow Jones



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