Autokonzern Toyota meldet milliardenschweren Verlust

Vor einem Jahr noch ein Rekordgewinn, jetzt ein Milliardenminus: Die Wirtschaftskrise trifft Toyota härter als erwartet. Für das Gesamtjahr rechnet der japanische Autokonzern mit dem ersten Verlust seiner Firmengeschichte - und schraubt die Absatzprognosen schon mal herunter.


Tokio - Angesichts sinkender Verkaufszahlen und eines starken Yen ist das Geschäft von Toyota spürbar eingebrochen. Der japanische Autobauer meldete am Freitag einen Verlust von 164,7 Milliarden Yen (1,41 Milliarden Euro) im letzten Quartal 2008. Bislang hatte das Unternehmen einen Verlust von 150 Milliarden Yen erwartet.

Toyota-Werk in Yokosuka: Zehn Prozent Kosten einsparen
REUTERS

Toyota-Werk in Yokosuka: Zehn Prozent Kosten einsparen

Für das gesamte Geschäftsjahr, das Ende März endet, rechnet das Unternehmen mit einem Verlust von 350 Milliarden Yen, umgerechnet rund drei Milliarden Euro. Noch vor wenigen Wochen waren die Einbrüche mit rund 400 Milliarden Yen allerdings deutlich höher angesetzt worden.

Der Konzern senkte angesichts der andauernden Absatzkrise erneut seine Verkaufsprognosen. Weltweit werde Toyota im laufenden Geschäftsjahr 7,32 Millionen Fahrzeuge und damit 220.000 Autos weniger als bislang erwartet absetzen, hieß es. Das Unternehmen kündigte Kostenreduzierungen im Umfang von zehn Prozent an. Zeitungsberichten zufolge hat Toyota die Produktion bereits um insgesamt 20 Prozent gedrosselt, möglicherweise werden auch Stellen abgebaut.

Toyota hatte im Dezember angekündigt, im laufenden Geschäftsjahr mit dem ersten operativen Verlust in der 70-jährigen Konzerngeschichte zu rechnen. Die Autoindustrie leidet weltweit schwer unter dem Konjunkturabschwung. Der Absatz ist eingebrochen, weil sich weltweit die Kreditbedingungen für Privat- und Geschäftskunden verschärft haben und die Kunden größere Ausgaben scheuen. Im Januar fiel der Absatz auf dem wichtigen US-Markt auf den Stand von 1982. Der Verkauf ging hier innerhalb eines Monats um 34,4 Prozent auf 117.287 verkaufte Einheiten zurück.

kaz/AP/Reuters

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