Autokonzerne VW und Porsche holen zu Toyota auf

Explodierende Spritpreise, schwindende Ressourcen, massiver Klimawandel: Die Auto-Industrie steht vor dem dramatischsten Wandel ihrer Geschichte. Experten haben überprüft, welche Konzerne die Herausforderungen am ehesten meistern können - zwei deutsche sind ganz vorne dabei.

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Bergisch Gladbach - Im Vergleich zur Konkurrenz können sich die deutschen Autokonzerne sehen lassen. Lediglich Toyota läuft Volkswagen und Co. den Rang ab. Das zumindest haben die Forscher des an der Fachhochschule der Deutschen Wirtschaft (FHDW) angesiedelten Center of Automotive in ihrem Branchenvergleich festgestellt, der bereits das vierte Jahr in Folge erscheint. Toyota Chart zeigen bliebe zwar nach wie vor das Maß der Dinge, doch der Vorsprung vor den Verfolgern schmelze, schreiben die Forscher. Speziell Volkswagen Chart zeigen habe im Vergleich zu den Vorjahren die Distanz zum Branchenprimus erheblich verringert.

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"Der Volkswagen-Konzern hat gemeinsam mit Porsche derzeit die besten Voraussetzungen, um langfristig mit dem japanischen Konzern auf Augenhöhe zu kommen", erklärt Institutsleiter Stefan Bratzel. Dabei beeindruckte die Forscher die Innovationsstärke der Wolfsburger, die die Zahl ihrer Patente im dritten Jahr in Folge deutlich steigern konnten.

Um ganz oben mitzumischen, müssten die Wolfsburger allerdings noch deutliche Verbesserungen bei Produktivität und Rentabilität erzielen. Trotz Steigerungen in den letzten Jahren komme Volkswagen auf 330.000 Euro Umsatz pro Mitarbeiter. Spitzenreiter Porsche Chart zeigen dagegen schafft in dieser Disziplin 637.000 Euro.

Verschlechtert hat sich dagegen der Münchner Autobauer BMW Chart zeigen, der in der Rangliste ebenso nach unten rutscht wie Honda. Speziell BMW hat dabei im Vergleich zu den Vorjahren deutlich nachgelassen. Noch können die Münchener allerdings vom Image profitieren, das ihre Autos besitzen. Die Innovationsfreude gibt dagegen Anlass zur Hoffnung.

Was den Daimler-Konzern Chart zeigen betrifft, kommen Bratzel und seine Co-Autoren zu einem zwiespältigen Ergebnis. Die Leistungsfähigkeit der Stuttgarter habe sich nach der Trennung von Chrysler erheblich verbessert, speziell die Rendite konnte erstmals wieder nachhaltig gesteigert werden. Auch in der Kategorie "Gewinn pro Auto" liege Daimler mit einem Betrag von 3600 Euro weit vor den Wettbewerbern. General Motors Chart zeigen machte dagegen mit jedem Fahrzeug 144 Euro Verlust, Ford Chart zeigen verlor sogar 442 Euro pro Auto.

Gleichwohl gebe die Entwicklung des Unternehmenswertes bei Daimler Anlass zur Sorge. Ende 2007 hatte sich der Wert aller Aktien noch auf rund 70 Milliarden Euro summiert. Inzwischen ist der Konzern kaum mehr als die Hälfte wert und damit in großer Gefahr, zum Übernahmekandidaten zu werden. Den Grund für den überdurchschnittlichen Wertverlust sehen die Forscher in der zuletzt wenig plausiblen Wachstumsstrategie. Darüber hinaus fehle dem Konzern im Unterschied zu Volkswagen der Schutz eines strategischen Investors.

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Sehr viel skeptischer beurteilen die Experten allerdings die Zukunftsaussichten der US-Konzerne. Diese seien aufgrund strategischer Fehlentscheidungen zwischen 2000 und 2005 in eine existenzbedrohende Lage geraten - vor allem durch die einseitige Produktpolitik, die auf spritschluckende Pickups und SUV abzielte, und die hohe Abhängigkeit vom US-Markt.

Obwohl Ford und General Motors nach immensen Verlusten bereits Sanierungsmaßnahmen eingeleitet hätten, träfen sie die Veränderungen mit voller Wucht. Eine Umsteuerung unter diesen Bedingungen sei extrem schwierig und kostenintensiv.

Beide Konzerne haben in diesem Jahr bereits Milliardenbeträge verbrannt. Zwar haben sich die Konzerne durch hohe Kreditlinien noch etwas Zeit verschafft. Ob dies jedoch für die Sanierung und die abzusehenden Milliardenverluste ausreicht, ist noch keineswegs ausgemacht. Bratzel jedenfalls hält es für unwahrscheinlich, dass alle drei Hersteller längerfristig (alleine) überleben können.



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