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Autoindustrie Autokonzernen drohen in Russland teure Kundenklagen

Der Rückzug aus Russland wird für westliche Autohersteller zum finanziellen Desaster.
aus DER SPIEGEL 19/2022
VW-Neufahrzeuge in Kaluga

VW-Neufahrzeuge in Kaluga

Foto: YAY Images / IMAGO

Konzernen wie Volkswagen, Mercedes-Benz und Stellantis droht nicht nur der Verlust ihrer milliardenschweren Investitionen vor Ort, sondern auch eine Reihe teurer Rechtsstreitigkeiten. Für die Autobauer bestehe »das Risiko von Rückkäufen«, sagt Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Laut russischem Recht sind die Hersteller innerhalb bestimmter Garantiefristen verpflichtet, ihren Kunden im Bedarfsfall Ersatzteile zu liefern.

Aus: DER SPIEGEL 19/2022

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Viele dieser Teile, etwa Rückspiegel, stehen aber auf den EU-Sanktionslisten. Die Konzerne haben deren Ausfuhr nach Russland deshalb eingestellt. Kommen die Hersteller ihrer Pflicht zur Instandhaltung eines Fahrzeugs nicht nach, können betroffene Kunden eine Klage wegen Vertragsbruchs anstrengen – und womöglich den kompletten Kaufpreis zurückerhalten. Darüber hinaus könnte ihnen Schadensersatz für die Zeit zustehen, in der sie ihr Auto nicht nutzen konnten. Entsprechend groß ist das finanzielle Risiko. Der VW-Konzern etwa setzte allein 2021 gut 200.000 Fahrzeuge in Russland ab. Die Konzerne geben sich dennoch entspannt: Die russischen Kunden dürften ihre Autos lieber behalten, statt sie zurückzugeben, heißt es bei VW. Schließlich seien in Russland kaum noch Neufahrzeuge erhältlich.

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